Lieber ein G 10 einführen

Eltern und Lehrer wenden sich gegen das achtstufige Gymnasium Lindenberg (dj). 'Wir sind keine Maschinen' und 'Ade Freizeit, es war schön, dich gekannt zu haben'. Die großen Plakate in der Aula des Lindenberger Gymnasiums sprechen eine deutliche Sprache. Bei der Podiumsdiskussion in der Aula machten nicht nur Schüler ihrem Ärger über das achtstufige Gymnasium Luft..

'Haben wir aus der Pisa-Studie nichts gelernt,' fragt sich Peter Breuer, Gymnasiallehrer. Durch die Verkürzung der Gymnasialzeit werde statt Qualität nur Quantität geschaffen. Breuer warf einen Blick nach Finnland, dem Pisa-Spitzenreiter. Dort werden Kinder mit sieben eingeschult, anschließend gibt es neun Jahre gemeinschaftliche Schule, dann erst drei bis vier Jahre Oberstufe. Die Schüler in dem nordeuropäischen Land seien auch nicht jünger, wenn sie ins Berufsleben eintreten. Breuer empfahl anstelle des G 8 die Studienzeit an den Universitäten zu beschränken. Dr. Ulrich Mocke, Chef der Unfallchirurgie am Lindenberger Krankenhaus, ging noch einen Schritt weiter: 'Wenn ich die Stofffülle im Gymnasium sehe, dann würde ich gerne das G10 einführen.' Die Schulreform komme ihm vor wie die LKW-Maut 'Toll Collect'. Es werde 'etwas eingeführt, von dem man nicht weiß, ob es funktioniert' (Mocke). Dr. Sauer befürchtet, dass noch mehr Kinder unter Bewegungsmangel leiden werden. 'Denn wer will nach 35 Schulstunden und etlichen Stunden Vorbereitung zu Hause noch in den Sportverein gehen?', so seine Meinung. Von der 'Turboschule G8' sprach Helmut Redwitz, ebenfalls Lehrer am Gymnasium. Nach dem Abitur könne er seinen Kindern erst einmal ein Jahr Urlaub in Australien schenken. Reinhard Sieber, Lehrer am Gymnasium, wunderte sich, warum Bayern sich nach nur kurzer Bedenkzeit für eine so bedeutende Umstrukturierung entscheidet. Sieber: 'Baden-Württemberg hatte das G8 acht Jahre lang erprobt, bevor es heuer zum Ernstfall wird.' Einen Entschluss hat Bernhard Weh, Geschäftsführer der Caritas Sozialstation und Vater eines Viertklässlers schon gefasst: 'Mein Sohn wird nicht zum Versuchskaninchen für das bayerische G8'.

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