Leidenschaft im Festspielhaus

Von Klaus Bielenberg | Füssen Ins Volle gegriffen hatten all jene, die ihren Liebsten und sich selbst die Valentinsgala im Festspielhaus Füssen zum Geschenk machten. Etwa 900 Musicalfans erlebten beim ersten der beiden Auftritte einen bezaubernden Abend mit vielen bekannten Musicalhöhepunkten, bei denen die Liebessongs im Mittelpunkt standen. Janet Chvatal, Jan Ammann, Bruno Grassini und die in Füssen bisher noch unbekannte Sarah Schütz waren zusammen mit der versierten 'Musical People Band' die Garanten für eine auf hohem Niveau basierende romantisch-glitzernde Bühnenshow.

Besonders im ersten Teil des Programms waren es die mit der Liebe oft einhergehenden Symptome der Leidenschaft, der Trauer und des Schmerzes, die Ausdruck fanden. Sarah Schütz überraschte die Zuschauer bereits im Song 'Nur für mich' aus 'Les Miserables' als natürliches Talent mit fülligem Mezzosopran und ausdrucksstarker Mimik. Ihr fiel es nicht schwer, sich in die laszive Lucy mit aufreizendem Gesang und Tanz 'Schaff die Männer ran' aus 'Jekyll & Hyde' zu verwandeln. Jan Ammann sang mit kräftigem und gefühlvollem Bariton 'Sterne', einen der Höhepunkte aus 'Les Misérables'. Hervorragend gelang ihm eine fast mystische Wandlung im Stück 'Die unstillbare Gier' aus 'Tanz der Vampire'. Gekonnt ergänzte er sich mit Sarah Schütz im Duett 'Totale Finsternis'. Die Titelrolle in 'Jekyll & Hyde' in Wien war bei Bruno Grassini in besten Händen. Davon konnte man sich beim Vortrag von 'Dies ist die Stunde' überzeugen, in dem sein wandlungsfähiger Bass voll zum Tragen kam. Großartig war seine erstmalige Darbietung von 'Getting Married Today' von Stephen Sondheim. Er erwies sich dabei als wahrer Sprachakrobat. Der Einsatz der Taubstummensprache beim Lied 'Quiet Love' war etwas ganz Besonderes. Ihre Stärke in den balladenhaften Gesängen bewies Janet Chvatal einmal mehr bei dem Song 'Don’t cry fo me Argentina'. Schade, dass beim anrührenden Duett 'Tonight' zusammen mit Bruno Grassini die leisen Töne von der Band überdeckt wurden!

Im zweiten Teil des Programms verwandelte sich die mehr im Dunkel gehaltene Bühne mit optisch wirkungsvoll eingebrachten erhöhten Plattformen in eine bunte Märchenwelt. Mit unverwüstlichem Temperament sang Grassini als Lucheni 'Kitsch' aus 'Elisabeth'. Romantische Gefühlsmomente schufen Chvatal und Ammann beim Duett 'Nichts ist schwer'. Der Bolero-Stil dominierte beim 'Ich gehör nur mir' und 'Wenn ich tanzen will'. Dramatische Züge entwickelte Ammann im Lied 'Wie kann ich sie lieben' aus 'Die Schöne und das Biest'. Grassini und Schütz verstanden sich bestens im Liebeslied 'Alles' aus '3 Musketiere' trotz großer räumlicher Entfernung von der Loge zur Bühne.

Absolute Höhepunkte waren 'Musik der Nacht' und das 'Phantom-Duett', in denen Ammann und Chvatal ihre großen Momente hatten. Bewundernswert, in welche Höhen sich Chvatal treiben lassen konnte! Das Publikum freilich liebte am meisten die Songs aus 'Ludwig²'. 'In Palästen geboren', 'Kalte Sterne', die 'Schattenmann Arie'. Beim 'Finale', bei dem auch Marc Gremm aus dem Zuschauerraum geholt wurde, riss es die Besucher von den Plätzen. In die nicht enden wollenden Ovationen wurde die 'Musical People Band' eingebettet, die äußerst gekonnt das musikalische Fundament schuf.

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