Laute Musik und Beschimpfungen

Kaufbeuren/Ostallgäu | bbm | Ursprünglich ging es offenbar um die Regulierung eines Blechschadens. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus in einer Gemeinde des nördlichen Ostallgäus ein handfester Nachbarschaftsstreit mit wechselseitigen Anzeigen. Aktuell ging es vor dem Strafrichter um einen Vorfall im Sommer: Der 73-jährige Angeklagte soll den 20-jährigen Sohn seines Kontrahenten bei einer Auseinandersetzung unter anderem als 'Arschloch' beschimpft und gezielt einen Ast nach ihm geworfen haben.

Letzteres bestritt der Angeklagte entschieden. Die Beleidigungen gab er zu. Die Situation zwischen den verfeindeten Nachbarn hatte sich seinerzeit offenbar schon vor dem Vorfall zugespitzt: Die Nachbarsfamilie habe ihn am Vortag mit extrem lauter 'englischer Musik' terrorisiert, erklärte der Angeklagte. Darüber habe er sich so geärgert, dass er seinerseits sein Radio aufgedreht habe, in dem Volksmusik lief. Der Beschallungs-Wettstreit endete offenbar mit einem klaren Erfolg der Volksmusik-Gegner.

Am Tag darauf traf der Rentner auf der Straße vor seinem Haus zufällig auf den Sohn des Nachbarn. Weil ihm der junge Mann bei früherer Gelegenheit den 'Stinkefinger' gezeigt habe, habe er eine Entschuldigung verlangt. Dass er den 20-Jährigen beschimpft hatte, gab er zu. Als der junge Mann den Rentner zu Beweiszwecken mit seinem Handy filmen wollte, nahm dieser einen Ast von einem Holzstoß. Über den weiteren Ablauf gingen die Darstellungen auseinander: Der Rentner beteuerte, den Ast ohne jede Verletzungsabsicht auf die Straße geworfen zu haben. Der 20-Jährige und seine damaligen Begleiter sprachen von einem zielgerichteten Vorgehen, der ältere Mann habe nur zufällig nicht getroffen. Angesichts eines von den Zeugen geschilderten Abstands von zwei bis drei Metern tendierte der Richter aber eher zur Version des Angeklagten. Das Verfahren wurde in diesem Punkt eingestellt. Für die Beleidigungen erhielt der Rentner eine Geldstrafe in Höhe von 375 Euro.

Wie aus der Verhandlung hervorging, läuft auch gegen den Nachbarssohn ein Beleidigungsverfahren - wegen des 'Stinkefingers'.

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