Westerheim / Unterallgäu
«Lage der Milchviehhalter hat sich weiter zugespitzt»

Nach der im Jahr 2008 begonnenen Krise in der Landwirtschaft «hat sich die Lage für die Milchviehhalter weiter zugespitzt». Das betonte Kreisobmann Gerhard Miller bei der Jahresversammlung des Bayerischen Bauernverbands, Kreisverband Unterallgäu, in Westerheim. «Die von Casino-Spekulanten hervorgerufene Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch die Landwirtschaft mit hineingezogen», so Miller. Allein die Einnahmen der rund 2000 Unterallgäuer Milchviehhalter seien aufgrund des Milchpreisverfalls im Vergleich zu 2008 um rund 70 Millionen Euro zurückgegangen.

Das Eigenkapital der Landwirte habe sich verringert und «brachte viele Existenzen in Gefahr», so Miller. Erst im Herbst vergangenen Jahres seien die Einnahmen als Folge massiver Marktstützungen in Europa wieder angestiegen. Acht Milliarden Tonnen Milch seien vom Markt genommen worden. Auch der Bauernverband habe sich dafür eingesetzt. Auf Dauer müssten in Europa sechs Prozent der Milchmenge vom Markt, erklärte Miller. «Die Politik will diese Mengen exportieren, hat aber mit dem schwachen Dollar Probleme.» Nur zögerlich sei ein Schulmilchprogramm angelaufen. Milch und Joghurt gebe es nun beispielsweise in Babenhausen aus dem Automaten.

Während sich andernorts Mitglieder vom Bauernverband entfernten, habe «das Unterallgäu so viele Neueintritte wie in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr». Derzeit zählt der Verband im Unterallgäu 2696 Mitglieder, unterstrich Geschäftsführer Helmut Mader. Zusammen mit Miller stellte er das breite Aufgabengebiet des Bauernverbands vor.

Wert heimischer Nahrungsmittel Bürger näher bringen

Die Arbeit der Verbandsfrauen schilderte Kreisbäuerin Margot Walser. Vor allem durch Aktionen müsse den Bürgern der Wert heimischer Nahrungsmittel näher gebracht werden. Die reiche Palette des kulinarischen Unterallgäus hätten beispielsweise die Herbstmilchwochen vermittelt. Außerdem hätten die Landfrauen auf ihren Höfen zahlreichen Kindern und Schulklassen einen Einblick in die Landwirtschaft ermöglicht.

Bei all der Arbeit auf dem Bauernhof ist es nach Angaben der Kreisbäuerin wichtig, dass der Mensch nicht auf der Strecke bleibt. So verwies sie auf Erholungszeiten in der Kurzkur für Bauern.

In seinem Grußwort erklärte Landrat Hans-Joachim Weirather, er rechne in geraumer Zeit damit, dass von den 2000 Milchbauern nur noch 300 bleiben. Wenn Landwirtschaften verschwinden, «brechen die Seele und das Zentrum im Dorf weg», so der Landrat.

Im Unterallgäu werden derzeit 23000 Hektar Ackerland und 52000 Hektar Grünland von Bauern bewirtschaftet, ergänzte Landwirtschaftsdirektor Dr. Ludwig Merk. Fast 75000 Milchkühe würden die Milcherzeugung in Deutschland an vorderste Position bringen. (Weiterer Bericht folgt)

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