Füssen
Lärmschutz geht gehörig ins Geld

«Zu Konzerten in den Jugendtreff? Natürlich würde ich da hingehen, wenn die Bands gut sind», sagt eine 17-jährige Füssenerin. Allerdings wird sie da noch etwas warten müssen. Denn um Konzerte mit einem jugendtypischen Geräuschpegel zu ermöglichen, müsste viel Geld für den Lärmschutz in die Hand genommen werden: Mindestens 200000 Euro hieß es im Finanzausschuss. Jetzt sollen erst einmal die Stadtratsfraktionen intern über das Problem beraten, ehe eine Entscheidung fällt.

Nachdem Nachbarn gegen den Lärm geklagt hatten, gilt folgende Regelung für den Jugendtreff: Maximal zwölf Live-Konzerte sind erlaubt, ein sogenannter Limiter drosselt die Lautstärke. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es anders aus: «Es gibt keine Konzerte, keine Partys», sagt Leiter Hans-Jürgen Kreutzer. Denn man müsse so leise sein, dass die Jugendlichen unter «eingeschlafenen Füß» leiden würden. «So funktioniert das nicht.»

Für die Stadtverwaltung hatte Axel Wittwer mit einem Sachverständigen abgeklärt, was alles baulich in der ehemaligen Druckerei geändert werden müsste, um eine «uneingeschränkte akustische Nutzbarkeit» zu erreichen. Ergebnis: Vor allem am Dach, aber auch an einer Fensterfront müsste viel getan werden. Eine erste, ganz grobe Schätzung hat dafür Kosten von mindestens 200000 Euro ermittelt - mit Tendenz nach oben.

Er wolle jetzt keine Entscheidung, so Bürgermeister Paul Iacob. Vielmehr sei es ihm darum gegangen, den Ausschuss zu informieren. Nun sollten die Fraktionen darüber beraten, ehe frühestens im Februar eine Entscheidung fallen wird.

Amtspflicht verletzt?

Niko Schulte (CSU) war schon jetzt fassungslos. Wie konnte es nur passieren, dass die Lärmschutz-Problematik nicht im Vorfeld von den Fachleuten im Bauamt untersucht wurde, wollte er wissen. «Was hat das für Konsequenzen?» Bürgermeister Iacob entgegnete: «Ich will nicht die Zeit meines Vorgängers beleuchten.» Es habe damals eindeutige Anweisungen gegeben. Doch bat er: «Lassen Sie dieses Kapitel ruhen.

» Widerspruch kam von Michael Wollnitza (Freie Wähler): «So einfach kann man es sich nicht machen.» Man müsse prüfen, ob nicht einige der handelnden Personen damals eine «Amtspflichtverletzung» begangen haben. Schließlich sei der Stadt enormer Schaden entstanden.

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