Kurfürst-Grabmal: Zwei Figuren sind verschollen

Marktoberdorf (gb). Das Grabmal von Kurfürst Clemens Wenzeslaus (1739-1812) in der Stadtpfarrkirche St. Martin auf dem Schlossberg ist vielen Marktoberdorferinnen und Marktoberdorfer gar nicht so richtig bekannt. Und die wenigsten wissen, dass das Denkmal, so wie es sich heute dem Nlick des Betrachters bietet, nicht vollständig ist - weil zwei Zinkfiguren schon seit vielen Jahren fehlen. Nach diesen 'fahndet' nun Kirchenpfleger Josef Hönle. Im Rahmen der Fünfzig-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Marktoberdorf hatte Bistumshistoriker Dr. Peter Rummel einen viel beachteten Vortrag über Kurfürst Clemens Wenzeslaus, den großen Wohltäter von Oberdorf, gehalten. Rummel richtete dabei auch den Blick auf das Grabmal des Kurfürsten auf der nördlichen Seite des Chors der Stadtpfarrkirche St. Martin. In den 'Blättern für Heimatkunde und Heimatgeschichte', die 1937 von Franz Schmid sen. herausgegeben wurden, steht darüber vermerkt, dass der Kurfürst in seinem Testament seine Dienerschaft zu Haupterben seines Vermögens bestimmt habe. Aus Dankbarkeit ließen diese Erben 'ihm im Chore der Pfarrkirche, links vom Hochaltar, ein Denkmal durch den Münchner Bildhauer Kirchmayr aufstellen'. Dieses Grabmal schildert Dr. Antonius von Steichele in dem 1908 erschienenen Band 'Das Bistum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben' folgendermaßen: 'Die Steinteile sind grauer Füssener Marmor. Auf einem Sockel erhebt sich eine zurückspringende Stufe, auf dieser der rechteckige Inschriftstein, der als Krönung die Erzbüste des Verstorbenen trägt und ehedem von zwei in Zink gegossenen lebensgroßen Genien (Religion und Dankbarkeit) flankiert war, durch deren Entfernung das Denkmal schwer verstümmelt wurde.'

'Geschmacklose' Figuren Simon Baumann gibt in seinem 1863 herausgegebenen Werk 'Der Markt Oberdorf' als Grund dafür an, dass diese Figuren 'im Jahre 1856 als geschmacklos entfernt wurden'. Kirchenpfleger Josef Hönle interessiert nun, ob diese Figuren damals vernichtet wurden oder ob sie noch existieren. Auch möchte er wissen, ob es vom einst vollständigen Denkmal im Chor der Kirche noch irgendwelche Unterlagen oder Zeichnungen gibt. Wer hierzu Informationen hat, kann diese der Lokalredaktion Marktoberdorf der Allgäuer Zeitung mitteilen.

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