Kunsthaus länger geschlossen als geplant

Kaufbeuren (sd). - Es war gleich nach dem Ende der letzten Ausstellung, in der Woche vor Pfingsten, als im Spitalhof mit einem Mal Container standen, in die Bauschutt aus dem Kunsthaus verfrachtet wurde. Mittlerweile sind die Container zwar wieder verschwunden, doch die Arbeiten dauern auch in der nun sechsten Woche noch an. Ein Wasserschaden hat umfangreiche Reparaturen im Erdgeschoss des vor acht Jahren eröffneten Gebäudes notwendig gemacht. Der Schaden am Kunsthaus, dessen Eigentümerin die Stadt ist, besteht bereits seit längerer Zeit. Im Herbst 2002 wurde nach Angaben von Hochbauamtsleiter Klaus Scholz das ganze Ausmaß offenbar. In einen Schacht, der längs unter dem Boden des Kunsthauses verläuft und mit seinen Kabeln und Leitungen von zentraler Bedeutung für die Versorgung des Hauses ist, war Wasser eingedrungen. Es verging einige Zeit, bis überhaupt festgestellt werden konnte, woher das unerwünschte Wasser stammte: aus der Küche des ins Kunsthaus eingegliederten Cafés Kirschkern, von einem nicht ordnungsgemäß funktionierenden Entkalkungsgerät. Ein Fall für die Versicherung, doch verging weitere Zeit, bis geklärt werden konnte, welche Versicherung für die Schadensbehebung aufkommen würde. Zwar erwies sich die Haustechnik trotz des unter Wasser stehenden Versorgungskanals weiter als funktionsfähig. 'Doch war das keine Dauerlösung', sagt Kaufbeurens Baureferent Ralf Baur. In Absprache mit der Leitung des Kunsthauses war dann geplant, nach dem Ende der Jean-No&po_145;l-Schramm-Ausstellung das Haus für die notwendigen Reparaturen vier Wochen zu schließen. Doch die Arbeiten entpuppten sich als wesentlich umfangreicher als gedacht. Da auf den Schacht nicht über gesonderte Zugänge zugegriffen werden konnte, musste der Boden aufgefräst werden, was wiederum dazu führte, dass darin verlaufende Heizungsrohre ebenfalls aufgeschnitten werden mussten. Insofern ist die Dauer der Arbeiten für Hochbauamtsleiter Scholz nicht ungewöhnlich, zumal der Estrich, der den Boden wieder versiegelt, einer langen Trocknungszeit bedürfe. Scholz rechnet, dass das Kunsthaus 'in spätestens drei Wochen' wieder seine eigentlichen Bewohner aufnehmen kann. Für die Ausstellungsmacher im Kunsthaus bringen die Arbeiten einiges durcheinander. Eine 'blöde Situation' sei das, sagt Kunsthaus-Leiter Ulrich Heiß, weil man zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein festes Datum für eine neue Ausstellung nennen könne. Das Kunsthaus, das ursprünglich mit vier Wochen Schließung gerechnet hatte, musste wegen der Zeitüberschreitung bereits eine Ausstellung absagen. Die Schau mit Arbeiten der Künstlerin Angelika Böck soll nun im Frühjahr 2005 zu sehen sein.

Neue Ausstellung Ende Juli Unter Vorbehalt ins Auge fasst Ulrich Heiß derzeit den 29. Juli zur Eröffnung einer neuen Ausstellung - einer 'kürzeren Sommerausstellung', die seriell entstandenen Porträts gewidmet sein soll. Anfang Oktober wird dann eine Design-Ausstellung nachfolgen. Ein Büro-Ausweichquartier fanden Heiß und seine Mitarbeiter übrigens im Rathaus - im Erkerzimmer ein Stockwerk über dem Oberbürgermeister. Auf Kohlen sitzt derweil Jürgen Hortig, Pächter des Café Kirschkern. Er hofft, dass er wenigstens zum Tänzelfest wieder ins Kunsthaus kann, denn der wochenlange Betriebsausfall macht ihm zu schaffen. 'Wenn ich nun auch am Tänzelfest nicht teilnehmen kann', sagt Hortig, 'dann wird es happig für mich.'

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