Kulturstätte Villa Jauss öffnet sich dem Sport

Oberstdorf (sme). Während der Nordischen Ski-Weltmeister-schaft im Februar wollen Sportmoderator Gerd Rubenbauer und seine Kollegen gern die Kulturstätte Villa Jauss als Medienstandort nutzen. Diese Absicht teilte der Vorsitzende der Initiative Villa Jauss, Dr. Wolfgang Nettesheim, in der Jahresversammlung mit. Außerdem stehen Verhandlungen mit der Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft vor dem Abschluss. Die Vereinigung, die das literarische Erbe der in Oberstdorf begrabenen Dichterin pflegt, möchte in der Villa zwei Räume für eine Dauerausstellung nutzen.

Durch die Absicht des Bayerischen Skiverbands, der in der Villa Jauss unter anderem auch eine Ausstellung zur WM vorhat, würde sich das Kulturhaus nun für den Sport öffnen. Der Kulturverein hätte seinen Nutzen davon. Denn der Verband will laut Nettesheim als Entgegenkommen eine namhafte Summe in das noch immer erneuerungsbedürftige Haus stecken. Das Geld könnte zum Beispiel zum Ausbau der Küche und der Toiletten dienen. Bereits Ende Mai soll eine rund 30000 Euro teure Alarmanlage in Betrieb genommen werden. Das Sicherungssystem beispielsweise für wertvolle Gemälde und Skulpturen bei Ausstellungen konnte aus privaten Spenden aufgebracht werden. Überhaupt wird in den nächsten Wochen viel an dem ehemaligen Sommersitz eines Brauerei-Inhabers im Jauss-Garten gebaut: Im Erdgeschoss werden Rollläden angebracht. Die Eingangstreppe muss repariert und ein Handlauf angebracht werden. Im Obergeschoss gilt es, die Fenster doppelt zu verglasen. Im Inneren der historischen Villa wollen die Architekten Klaus Noichl und Franz Vogler ein Foyer mit Tresen und Teeküche entstehen lassen. Die kulturellen Aktivitäten des Vereins beleuchtete Beisitzer Wilhelm Geierstanger. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sollen ab Juni Ausstellungen mit Werken von Petra Winterkamp und Hugo Tauscher stattfinden. Es ist eine Lesung von Anna Polke aus Texten von Morgenstern und Ringelnatz geplant. Und es soll eine Gedächtnisausstellung zum Schaffen des amerikanischen Malers Robert Franz Curry geben, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Oberstdorf gearbeitet hat und der vor allem winterliche Berg-Impressionen festhielt. Im September wird die Gertrud-von-le-Fort-Gesellschaft ihre Jahrestagung in der Villa Jauss abhalten. Zwei Monate später soll, wie gehabt, wieder ein Videofilm-Festival von Kunststudenten stattfinden. Kein Kulturamt im Rathaus Auf Kritik der derzeit 113 Mitglieder starken Initiative stieß, dass es im Rathaus kein Kulturamt gibt. Das Diktat der leeren Kassen so Dr. Nettesheim, habe letztlich dazu geführt, dass öffentliche Aufgaben wie die Kulturarbeit an Privatleute delegiert würden. Bei den fälligen Teil-Neuwahlen wurden die stellvertretende Vorsitzende Inge Rössel und Kassierer Josef Geiger in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführer ist Willi Kaufmann. Beisitzer sind Klaus Noichl, Franz Vogler und Inge Unglaube.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018