Unterrieden / Unterallgäu
Kürzere Betriebszeiten, weniger Trunkenheitsdelikte

Die Bürgermeister des Landkreises halten an den verkürzten Betriebszeiten für Vereinsfeste und Bierzelte fest: Demnach soll um 1.30 Uhr der Zapfhahn zudreht werden, und um 2 Uhr sollen die Besucher nach Hause gehen. Im Fasching gibt es Ausnahmen, die Termine verschieben sich um eine Stunde nach hinten.

«Wir wollen keine Feste verhindern, sondern, dass die Menschen diese in guter Erinnerung behalten», sagte Ulrike Klotz, Abteilungsleiterin am Landratsamt Unterallgäu, bei der Bürgermeister-Dienstversammlung in Unterrieden. Demnach könnten Gemeinden aus besonderen Anlass den Betrieb eines «erlaubnisbedürftigen Gaststättengewerbes» unter erleichterten Voraussetzungen vorübergehend auf Widerruf gestatten (Pararaph 12 des Gaststättengesetzes).

Hinter diesen Worten verbirgt sich in der Regel der Antrag eines Vereines oder Veranstalters, ein Fest im Freien, in einem Stadel oder Zelt durchzuführen. Und in diese Genehmigung kann die Gemeinde Auflagen aufnehmen, die vom Jugend- und Lärmschutz bis zu sicherheitsrechtlichen Anforderungen reichen.

Klotz machte den Bürgermeistern deutlich, dass besonders bei den Betriebszeiten klare Zeiten festgelegt werden müssten. Und sie verwies weiter darauf, dass die Bürgermeister vor zwei Jahren sich auf folgende einheitliche Betriebszeiten festgelegt hätten: 1.30 Uhr: Ende des Alkoholausschanks; 2 Uhr: Ende der Veranstaltung.

«Vandalismus verhindern»

Bei Faschingsveranstaltungen wird jeweils eine Stunde dazugegeben. Für Klotz dienen einheitliche Betriebszeiten dem Lärmschutz für Anlieger und dem Nachbarschutz. Außerdem sprächen Gründe der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dafür. «Damit kann auch Alkoholismus eingedämmt und Vandalismus verhindert werden», so Klotz. Damit gingen auch Straftaten wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Beleidigungen und Trunkenheitsdelikte zurück.

Und durch einheitliche Zeiten gebe es auch keinen «Fest-Tourismus» von Gemeinde zu Gemeinde.

Diese Aussagen bestätigte der Leiter der Polizeiinspektion Mindelheim, Karl Höß: «Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach 2 Uhr zu Entgleisungen kommt, ist nach der Statistik wesentlich größer als vorher», betonte er - und sprach sich für Sperrzeiten aus: «Es wird immer eine Gruppe geben, die nie genug kriegt», meinte er.

Höß berichtete auch von einer Änderung beim Musiktrend. Rock-Veranstaltungen zu Beginn eines Festes, um die Vereinskasse aufzupäppeln, würden nur noch schleppend besucht. Bei der Jugend stehe nun der Volksmusik-Rock im Vordergrund. Der Vorteil: Die Leute seien schon um 20 Uhr im Festzelt.

Landrat Hans-Joachim Weirather forderte Zusammenhalt. Es könne nicht sein, dass Bürgermeister den früheren Schluss dem Landratsamt anlasteten. In der Diskussion sahen etliche Bürgermeister in den früheren Sperrzeiten nur dann einen Sinn, wenn auch die Nachbarlandkreise mitzögen.

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