Marktoberdorf
Krise erreicht auch Holzmarkt

Um die Holzvermarktung und das Vegetationsgutachten drehte sich die Versammlung der Waldwarte, Holzbauer und Vorstände der Rechtlerwaldungen sowie der Kirchenwaldbetreuer im Gasthaus Vogler in Leuterschach, organisiert von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Marktoberdorf. Deren Vorsitzender Johann Nägele ging ausführlich auf die Geschäftsentwicklung ein. Dabei wurde deutlich, dass die Wirtschaftskrise auch die Forst- und Holzbranche trifft.

Der Absatz an Schnittware in verschiedenen Ländern sei dramatisch gesunken, auch mit Folgen für die FBG. Auch sei zum Teil nicht fristgerecht gezahlt worden, was bei Mitgliedern und FBG viel Ärger erzeugt habe, denn die FBG sei mit einer beachtlichen Summe in Vorleistung gegangen. Derzeit sei eine gewisse Entspannung auf dem Holzmarkt eingetreten, sagte Nägele.

Problemloser verlief nach seinen Worten die Zusammenarbeit im Energieholzbereich. Durch die Fertigstellung der Fernwärmeleitung in Marktoberdorf habe die Nachfrage nach Hackschnitzel zugenommen. Die FBG sei gut aufgestellt, habe ein gut geschultes, einsatzfreudiges Personal und werde auch in Zukunft solche Krisen trotz geringerer Vermarktungszahlen gut überstehen.

FBG-Geschäftsführer Thomas Worm gab den Holzmarktbericht ab, in dem sich die Problematik auf dem Holzmarkt klar widerspiegelte. Die Preise beispielsweise für Fixlängen änderten sich des öfteren. Daraus müsse man den Schluss ziehen, dass die Sägewerke immer noch enger beim Schnittholz kalkulieren müssten. Auch müssten sie die Einkaufspreise für Rundholz ständig anpassen, dadurch werde der Holzmarkt immer schnelllebiger. Um so wichtiger sei eine starke FBG als Vertreter der Waldbesitzer gegenüber der Sägeindustrie.

Wildbestände anpassen

Heuer seien 134000 Pflanzen von den Mitgliedern über die FBG bezogen worden. Bisher habe man 30500 Einheiten an Holz vermarktet. Worm appellierte, Durchforstungen zu unternehmen, denn das sei eine Investition für die Zukunft mit stabilen, zuwachskräftigen, vitalen und qualitativ hochwertigen Wäldern. Ein umfangreiches Referat hielt Forstdirektor Robert Berchtold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über das Vegetationsgutachten 2009 und die Konsequenzen. Nach den rechtlichen Vorgaben im Waldgesetz für Bayern sei ein standortgemäßer und möglichst naturnaher Zustand des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes «Wald vor Wild» zu bewahren oder herzustellen.

Das bedeute auch, dass «angepasste Wildbestände Grundvoraussetzung für naturnahe Waldbewirtschaftung im Interesse der biologischen Vielfalt Standard sein müssen». Gerade in Bereichen mit zu hoher Verbissbelastung müsse durch gezielte und effektive Bejagung eine weitgehend ungestörte Waldverjüngung ermöglich werden, sagte der Experte.

Waldbesitzer und Jäger sollten in enger Zusammenarbeit die Empfehlungen der forstlichen Gutachten in der Abschussplanung umsetzen. Berchtold ließ deutlich erkennen, dass hier viel Arbeit auf ihn und seine Mitarbeiter warten, bis man zu einem einvernehmlichen Ergebnis komme.

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