Kreis-Grüne: Neue Gesichter, alte Bekannte

Marktoberdorf/Ostallgäu (jth). - Turnusgemäß haben die Grünen in der Kreisversammlung nach zwei Jahren neu gewählt. Einstimmig zur Sprecherin der Kreisversammlung wurde Anita Diebolder-Ziemke aus Kaufbeuren gewählt. Hubert Endhardt hat die gleiche Funktion inne. Als neuer Kassierer fungiert künftig Horst Herbein aus Wald. Im Mittelpunkt der Versammlung stand eine Rede der Landesvorsitzenden der Grünen, Theresa Schopper. Sie ging vor allem mit der Sparpolitik Stoibers hart ins Gericht. 'Das sind fast SED-Ergebnisse', so kommentierte ein Grüner die Wahl des Kreisvorstands im Marktoberdorfer Gasthaus 'Dubrovnik'. In der Tat waren mit einer Ausnahme alle Ergebnisse einstimmig. Neben der 36-jährigen Anita Diebolder-Ziemke wurde Hubert Endhardt als zweiter Sprecher der Grünen im Ostallgäu gewählt. Nachdem der alte Kassierer nicht mehr zur Verfügung stand, führt künftig Horst Herbein die Finanzen. Als neue Beisitzerin wählten die Grünen Bio-Bäuerin Clara Knestel aus Marktoberdorf. Bio-Landwirt Alois Hofer (Aufkirch) ist wie schon in den vergangenen beiden Jahren ebenfalls wieder Beisitzer. In einem Rückblick auf das vergangene Jahr erinnerte Kreissprecher Endhardt (Rieden) vor allem an die Landtagswahl. Trotz des Einsatzes von 'wenigen Leuten' habe die Partei 'sehr viel erreicht'. Als 'phantastisches Ergebnis' bezeichnete er den dritten Platz von Clara Knestel auf der Grünen-Schwabenliste. Endhardt zu Knestel: 'Meine Anerkennung an dich für die vielen Stimmen aus allen Wahlkreisen in Schwaben.' Endhardt zufolge können auch einzelne Grüne mit guter Arbeit in den Kommunal-Gremien 'entscheidende Veränderungen' auslösen. Wichtig sei es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bestimmte Dinge zu sagen. Besonders freute es ihn, dass der Kreistag dem Grünen-Antrag zum 'Gentechnik freien Allgäu' gefolgt sei. Verschiedene Kreis-Grüne berichteten aus ihren Ortsverbänden über lokalpolitische Themen, die derzeit brisant sind. Anita Diebolder-Ziemke kritisierte die Art, wie der Oberbürgermeister-Wahlkampf in Kaufbeuren abläuft. Ihrer Meinung nach ist der Wahlkampf, was die Aussiedler betrifft, 'sehr integrationsfeindlich'. Die Grünen stellen in der kreisfreien Stadt keinen OB-Kandidaten. Diebolder-Ziemke: 'Wir sehen uns aber weder in der Lage, den jetzigen Oberbürgermeister noch seinen Gegenkandidaten Stefan Bosse von der CSU zu unterstützten.' Bei Amtsinhaber Andreas Knie, so die Grüne, beiße die Öko-Partei mit ihren Vorschlägen meistens 'auf Granit'. Axel Maaß, Dritter Bürgermeister in Marktoberdorf, zog eine positive Bilanz der Arbeit seiner Fraktion im Stadtrat. Man habe, so Maaß, 'die ein oder andere Duftmarke' schon setzen können.

'Kürzungen gehen an Substanz' Gastrednerin der Versammlung war die gebürtige Füssenerin Theresa Schopper, die bis zu ihrem Abitur in Hohenschwangau im Ostallgäu lebte. Die Landesvorsitzende ging vor allem mit der Sparpolitik Stoibers hart ins Gericht. Erfreut zeigte sie sich über die Demonstrationen in München gegen die Regierungs-Pläne: 'Die Art wie gespart wird, hat Edmund Stoiber entzaubert', sagte Schopper. Ihrer Meinung nach werde vor allem dort gekürzt, wo der Widerstand am geringsten sei. Die 15 Prozent Kürzungen an den Zuschüssen für den Bayerischen Jugendring (BJR) gingen 'an die Substanz' der Jugendarbeit. Nach der ihrer Meinung zufolge 'überstürzten Einführung' des achtjährigen Gymnasiums zeigte sie Stoiber die rote Karte: Die Regierung wolle die elfte Jahrgangsstufe 'wie ein Ei über die anderen Schuljahre hauen'. Stattdessen forderten die Grünen, den Lehrplan 'kräftig zu entrümpeln'.

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