Kräuter und Kneipp für Gäste

Von Veronika Krull Blaichach-Gunzesried So mancher Gast reibt sich ungläubig die Augen: Das ist ja wie im Bilderbuch. In der Tat: Wer den Gunzesrieder Waibelhof mit dem geschindelten über 200 Jahre alten Bauernhaus in üppiger Blumenpracht und mit sattgrünen Wiesen ringsum im Sommer, tief verschneit im Winter betritt, der glaubt, er surfe noch im Internet oder blättere in einer Hochglanzbroschüre. Doch die Werbung von Peter und Gabriele Waibel hält, was sie verspricht. Und das wurde nun mit der Auszeichnung Ferienhof des Jahres 2003 belohnt.

Diesen Titel, den die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) jährlich an die zehn besten Betriebe in Deutschland verleiht, erhielt der Gunzesrieder Hof nach 1999 bereits zum zweiten Mal. Die Waibels hatten abermals die Jury überzeugt mit ihrer Kombination aus ökologischer Landwirtschaft, Naturschutz und dem allgemeinen Tourismustrend wie Wellness-Urlaub, so DLG-Präsident Philip Freiherr von dem Busche bei der Preisverleihung. Gabriele Waibel hat eine einfache Formel für den Erfolg: Wir tun alles für den Gast! Dazu gehört etwa die liebevolle und individuelle Einrichtung der vier Appartements in dem schmucken Elternhaus ihres Mannes: Ich habe nichts zweimal, sagt die 49-jährige Mutter zweier erwachsener Töchter stolz. Die gemütlichen Stuben sind Holz getäfelt, auf den einladend aufgeschüttelten Daunen in den Betten liegen wohl duftende Kräuterkissen. Denn Kräuter sind eine Leidenschaft der ausgezeichneten Gastgeberin, die alles allein managt, derweil sich Ehemann Peter um das Milchvieh und den fünf Hektar großen Wald kümmert. In einem großen Kräutergarten wachsen nicht nur heimische Pflanzen wie Petersilie und Schnittlauch, sondern auch viele Exoten wie Estragon oder 20 verschiedene Salbei-Sorten. Gabriele Waibel trocknet sie in ihrem Kräuterhäuschen, das mitten in dem weitläufigen Gärten steht. Die Kräuter braucht sie in der Küche, brüht damit Tees auf oder füllt sie in ihre Kräuterkissen. Die Mischung machts, lacht die ausgebildete Aroma-Therapeutin: Zuviel Lavendel und Sie stehen senkrecht im Bett Kräuter und Blumen, natürlich ebenfalls aus dem heimischen Garten, entfalten ihre wohltuende Wirkung aber vor allem in dem 1999 gebauten schmucken Wellnesshaus ein paar Schritte vom Hof entfernt. Dort verwöhnt die Chefin ihre Gäste in einem kerzen- und blumengeschmückten Bade-Tempel mit duftenden Orangen-, Heublumen- oder Wildrosenbädern auf dem Wasser schwimmende Blütenblätter sind nur das i-Tüpfelchen auf einem Wohlfühlprogramm à la carte. Denn das ist das Wichtigste, sagt Gabriele Waibel, individuell auf den Gast einzugehen. Waibelhof-Besucher wissen die familiäre Atmosphäre zu schätzen. Der Anteil an Stammgästen ist sehr hoch, sagt die Gunzesriederin. Denn wer die Natur, die Berge und Kneippsche Anwendungen liebt, fühle sich wohl auf dem Waibelhof, der auch das Prädikat anerkannter Kneipp-Gesundheitshof trägt. Und das hat nichts mit dem Alter zu tun. Die Waibels haben Gäste, die das 75. Lebensjahr überschritten haben, ebenso wie Urlauber, die ihre Flitterwochen dort auf 1000 Metern Höhe in unberührter Landschaft mit Ausblicke auf lauter Postkartenmotive verbringen. Mein Gott, ist des schee, stellt Gabriele Waibel selbst immer wieder fest, wenn sie nach einem Besuch bei der Tochter in Colorado/USA in das heimatliche Tal zurückkehrt.

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