Kempten
Kommt Kreißsaal von kreischen?

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In ein paar Monaten beginnt für Sofia Dallmann und ihren Partner Sascha Fischer das große Abenteuer Familie. Wie zahlreiche andere werdende Eltern informierte sich das junge Paar am Samstag beim Tag der offenen Tür im Kreißsaal des Klinikums. Am Ende waren die beiden überzeugt: «Hier in Kempten wird unser Kind zur Welt kommen.»

Eine positive Bilanz zog auch Prof. Dr. Ricardo Felberbaum. «Wir sind absolut begeistert, dass so viele den Weg zu uns gefunden haben», freute sich der Chefarzt der Geburtshilfe. «Die Vorträge waren bestens besucht und die Gäste angetan von der Schönheit der Kreißsäle.» Kreißsaal sei ohnehin nicht mehr der passende Ausdruck, meinte die werdende Mutter Sofia Dallmann. Klein, kuschelig und farblich schön gestaltet fand die 30-Jährige die Umgebung, in der ihr Baby das Licht der Welt erblicken soll. Als Krankenschwester hat sie in der Gegend von Hannover Kreißsäle kennengelernt, die tristen Bahnhofshallen glichen.

«Weiß gekachelte Wände - das geht überhaupt nicht mehr», gab auch Felberbaum zu verstehen. Bei einem so prägenden Ereignis wie der Geburt sei eine heimelige, familiäre Atmosphäre schon wichtig. Abgesehen natürlich von moderner Technik, die in der Lage sei, auch kritische Situationen aufzufangen. «Das gibt uns ein Gefühl von Sicherheit», gestanden Dallmann und Fischer. Besonders angetan zeigte sich das Paar aus Reicholzried von der Möglichkeit einer Wassergeburt. «Faszinierend, dass man heutzutage kabellos die Herztöne des ungeborenen Kindes in der Gebärwanne abhören kann», staunte die 30-Jährige.

Von den 20 Hebammen erfuhr man alles über Babypflege und -massage sowie übers Stillen. Hebamme Karin Rönsch zeigte sich im Gespräch mit den Besuchern begeistert von ihrem Beruf, in dem sie viele Glücksmomente erlebe. Exakt 1358 Geburten verzeichnete das Klinikum vergangenes Jahr. Zwar seien die Zahlen rückläufig, doch hätten im Januar bereits 20 Kinder mehr das Licht der Welt erblickt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Neben Ärztevorträgen gab es auch ein buntes Rahmenprogramm. So sorgten die Doctor-Clowns sorgten für humorvolle Begegnungen. Schwangere konnten eine professionelle Fotografie von ihrem Babybauch anfertigen lassen. Dr. Felberbaum und sein Kollege Dr. Herbert Müller, Chefarzt der Kinderstation, vertauschten den Arztkittel mit der Küchenschürze. Mit flotten Sprüchen («sonst sind wir ja mehr für die Muttermilch zuständig») mixten sie Bananen-Milchshakes für die Gäste.

Und woher kommt eigentlich die Bezeichnung Kreißsaal? Diese Frage mussten die Hebammen mehr als einmal beantworten. Sie stammt, so die Erläuterung, vom Wort «kreißen» ab. Dieses bedeute zum einen «gebären». Zum anderen stehe es auch für das Kreischen der Frauen in Wehen, weshalb der Kreißsaal eigentlich «Kreischsaal» heißen müsse.

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