Körper-Rhythmus

Von Riccarda Gschwend Immenstadt Eines durften die Zuschauer des Power Percussion-Konzerts in Immenstadt sicherlich nicht haben: empfindliche Ohren. Die Drum-Performance des Münchner Schlagzeug-Ensembles brachte die Mehrzweckhalle Maria Stern regelrecht zum Beben, und nicht nur die Trommelfelle, sondern auch so manchen Scheinwerfer zum Vibrieren. Auch fürs Auge wurde einiges geboten: Eine aufwendige Lichtshow und eine ausgeklügelte Choreographie untermalten die akustischen Eindrücke. Mit Dynamik, Kraft und vor allem Kreativität zeigten die Musiker, dass Rhythmus nicht nur mit klassischen Schlaginstrumenten erzeugt werden kann. Auf Ölfässern, Eimern und Leitern wurde getrommelt, geklopft und mit bloßen Händen geschlagen, Becken und Pauken kamen genauso zum Einsatz wie ein Marimbaphon - eine Art großes Xylophon, auf dem melodiöse Klanggebilde produziert werden können. Teilweise wurden zur hämmernden Percussion sphärische Melodien eingespielt und so eine Brücke zu moderner Dance-Musik geschlagen. Doch auch ohne jegliche Hilfsmittel, nur mit dem eigenen Körper lässt sich auf vielseitige und komplexe Weise Rhythmus erzeugen, wie die Schlagzeugprofis eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Klatschend, schnalzend und stampfend wurde dem Publikum vorgemacht, was es kurz darauf selbst zum Besten geben sollte. Denn die Zuschauer, die, von dem Trommelfeuerwerk auf der Bühne inspiriert, kaum ruhig auf ihren Stühlen sitzen konnten, bekamen eine kleine Unterrichtseinheit in Sachen Rhythmus. Perkussions-Künstler Rudolf Bauer klatschte oder schnalzte einen Takt vor, das Publikum musste selbigen wiederholen. Spätestens bei Sechzehntel-Noten und Triolen wurde allerdings klar, wo der entscheidende Unterschied zwischen den Profis und den Laien liegt. Aber schließlich haben die einzelnen Mitglieder von Power Percussion fast alle an Musikhochschulen studiert und schon mit prominenten Musikern wie Fools Garden, Duran Duran oder Konstantin Wecker gespielt. Den besonderen Reiz des Konzerts machten also nicht allein die extravagante Percussion-Performance aus, sondern vor allem die spektakulären Showeffekte und die Interaktion mit dem Publikum. Für besondere Erheiterung sorgten beispielsweise auch diverse Geräusche aus dem Schritt der Musiker. Ein Griff in besagte Region brachte die in den Hosentaschen versteckten Instrumente zum Rasseln oder Quietschen zu Tage und sorgte somit für komische Effekte. Den restlos begeisterten Zuschauern bei dieser Veranstaltung des Immenstädter Sommers versprachen die Drummer von Power Percussion, bald wieder zu kommen und ihre mitreißende Show erneut auf die Bühne zu bringen.

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