Kempten
Klinikum trennt sich von Geschäftsführer

Nach wochenlangen Spekulationen um die Geschäftsführung des Kemptener Krankenhauses ist jetzt entschieden: Das Klinikum Kempten-Oberallgäu trennt sich «in gegenseitigem Einvernehmen» von Geschäftsführer Michael Schuler. Er habe «aus persönlichen Gründen um die Auflösung des Vertrags gebeten», hieß es gestern in einer offiziellen Mitteilung von Aufsichtsratsvorsitzendem, OB Dr. Ulrich Netzer, und seinem Stellvertreter, Landrat Gebhard Kaiser. Bis zur schnellsten Wiederbesetzung der Stelle führe das Direktorium mit den Ärztlichen Direktoren, den Chefärzten Dr. Herbert Müller und Professor Dr. Ricardo Felberbaum unter Federführung von Prokuristin Petra Zarbock die Geschäfte.

Seit Wochen wird bei den 1361 Mitarbeitern im Klinikum gerätselt, wie es mit der Geschäftsführung im Haus weiter geht. Denn nach einer plötzlichen Erkrankung von Klinik-Chef Schuler, der seit 2006 die Geschäfte des Kemptener Krankenhauses leitet, führt das Direktorium die Geschäfte. Schuler, so OB Netzer, habe jetzt aus persönlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrags gebeten und werde zum Jahresende als Geschäftsführer abberufen. Bis dahin werde er auch nicht mehr tätig sein, die Stelle des Geschäftsführers soll schnellstens wieder besetzt werden.

Entwicklung abstimmen

Intensiv Gedanken habe sich der Aufsichtsrat des Klinikums Kempten-Oberallgäu bei einer Klausurtagung auch über die klinische Versorgung in Stadt und Land insgesamt gemacht. Man sei sich einig, dass sich das Krankenhaus in Kempten und die Häuser im Oberallgäu nur in einem «strukturierten Miteinander» weiter entwickeln können. Der Aufsichtsrat schlage deshalb vor, dass sich Stadt und Landkreis über gemeinsame Strukturen der Kliniken Gedanken machen sollten, um die Entwicklung und medizinische Versorgung künftig aufeinander abzustimmen. Denn für die klinische Versorgung sieht der Aufsichtsrat als klare Ziele: Neben der «optimalen Qualität» bei der Klinikversorgung auch eine «optimale Marktabdeckung». Patienten aus Stadt und Landkreis sollen «in möglichst hohem Maß» auch in den Kliniken dieser Region behandelt werden.

Zudem müssten beide Kliniken künftig ein positives Ergebnis erwirtschaften und in der Lage sein, ihre laufenden Investitionen aus dem Ergebnis zu tätigen.

Landkreis und Stadt, erklären Netzer und Kaiser, wollen jetzt intensiv über künftige Strukturen der Klinik-Versorgung beraten und dies sowohl im Stadtrat am 10. Dezember als auch im Kreistag am 11. Dezember zur grundsätzlichen Entscheidung vorlegen.

Momentan ist Träger des Klinikums Kempten-Oberallgäu (490 Betten) zu 50 Prozent die Stadt Kempten und zu 50 Prozent der Landkreis Oberallgäu. Bei den Kliniken Oberallgäu mit den Krankenhäusern in Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf ist Träger der Landkreis Oberallgäu.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019