Sonthofen / Oberallgäu
Kliniken finanziell gut aufgestellt: «Punktlandung»

Die Kliniken Oberallgäu sind derzeit im schwierigen Gesundheitsmarkt gut aufgestellt: Heuer machen sie nach aktueller Hochrechnung rund 920000 Euro Gewinn, ein Drittel mehr als geplant. 2010 - dann wieder ohne Gehaltsverzicht der Mitarbeiter - will die Gesellschaft auf 210000 Euro Plus kommen. Im Kliniken-Aufsichtsrat herrschte jetzt große Zufriedenheit, dass die Sanierungspläne aufgegangen sind. «Ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis», lobte Landrat Gebhard Kaiser.

Er hätte sich in den Jahren 2003/2004 nicht vorstellen können, dass es bis Ende 2009 tatsächlich wie vereinbart läuft und die Kliniken zugleich Kraft für zusätzliche Investitionen haben, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende weiter.

Gegen die Privatisierung

Von einer «Punktlandung» sprach Kliniken-Aufsichtsrat Manfred Baldauf, der in der Gesellschaft sein Wissen in Finanz- und Steuerthemen einbringt. Nun müsse man «dranbleiben, damit das Haus zukunftsfähig bleibt». Der im südlichen Oberallgäu beschrittene Weg könne Modellcharakter haben.

Wie mehrfach berichtet, hatte die gemeinnützige GmbH in früheren Jahren Millionenschulden aufgehäuft. Darauf zog der Aufsichtsrat die Notbremse, um einen Konkurs abzuwenden.

In langen Diskussionen prüften Entscheidungsträger Argumente für und gegen die Privatisierung - und packten es selbst an. Es folgten Änderungen in Struktur und Organisation, neue Gesundheitsangebote in den Krankenhäusern Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf, ein befristeter Sanierungstarifvertrag und erfolgreiche Verhandlungen ums Geld:

Nachdem die zuständigen Krankenkassenvertreter der erhofften Budgetsteigerung für immer mehr behandelte Patienten nur minimal folgen wollten, hatten die Kliniken Oberallgäu eine Schiedsstellenverhandlung angestrengt.

Deren Experten folgten jetzt in München fast vollständig der Klinikforderung, so Geschäftsführer Andreas Ruland. Für die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre und den erfolgreich beschrittenen Weg dankte in der Aufsichtsratssitzung Mitarbeitervertreter Sebastian Kohler:

Bei einer Privatisierung hätten die meisten Beschäftigten dauerhaft Gehaltseinschnitte verkraften müssen.

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