Füssen
Klinik darf auch im Sommer bauen

Die Fachklinik Enzensberg muss beim Bau ihres acht Millionen Euro teuren Erweiterungstraktes keine Sommerpause einlegen: Der Stadtrat entsprach in nicht öffentlicher Sitzung dem Antrag der Klinik auf Befreiung von der Baulärmverordnung. Das städtische Regelwerk verbietet in den touristisch frequentierten Bereichen die Bautätigkeit zwischen Mai und September.

Wie berichtet, ist am Enzensberg im August der Startschuss für eine erhebliche Erweiterung der Rehaklinik gefallen. Auf einer Grundfläche von 2200 Quadratmetern entsteht unter anderem eine zentrale Schmerzklinik inklusive Operationsbereich, so Etzel Walle von der Geschäftsleitung der m&i-Klinikgruppe. Auch Räume für Psychologen, Therapien und eine Gymnastikhalle sind vorgesehen. Außerdem werden 54 Patienten-Doppelzimmer sowie Räume für Schmerztherapie, Orthopädie und Neurologie gebaut. Unterm Strich solll die Bettenzahl am Enzensberg aber konstant bleiben, weil parallel im Altbau zahlreiche Doppel- zu Einzelzimmern umfunktioniert werden.

Die Bauarbeiten liegen laut Klinik-Sprecher Walle im Zeitplan. «Wichtig war es, bis zum Jahresende die Bodenplatten zu gießen - das haben wir geschafft.» Je nach Witterung sollen die Arbeiten über die Wintermonate fortgesetzt werden, wobei man bis zu 60 Schlechtwettertage als Puffer einkalkuliere. «Das Richtfest ist für Juni oder Juli vorgesehen, bereits im ersten Quartal 2011 soll der neue Trakt eröffnet werden», erläutert Walle.

Die Klinik «freut sich natürlich», so der Sprecher, dass der Stadtrat für 2010 die Baulärmverordnung außer Kraft setze. Anders sei das Millionen-Projekt aber kaum zu stemmen. «Es geht ja auch darum, die Belastung für die Patienten möglichst gering zu halten - schließlich erweitern wir im laufenden Betrieb.

» Für die Hopfener Bürger sei das Schlimmste geschafft, so Walle: Künftig würden weniger Lastwagen die Baustelle ansteuern als bisher.

Bürgermeister Paul Iacob ist klar, dass diese Befreiung von der Baulärmverordnung andernorts Begehrlichkeiten wecken dürfte. Ein Bauherr war im Sommer bereits gegen die Satzung vor Gericht gezogen - jedoch ohne Erfolg (wir berichteten). Iacob stuft die sommerliche Zwangspause für Bauherren und Firmen «streng genommen als nicht zumutbar» ein - zumal es die klassische Kur ja nicht mehr gebe, zu deren Schutz das Regelwerk aufgestellt wurde. «Wir sollten hier großzügiger werden», findet er und geht davon aus, dass die Satzung 2010 vom Stadtrat überarbeitet wird.

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