Kaufbeuren
Kleine Könige auf großer Mission

«Wir wandern nun von Haus zu Haus und rufen seine Botschaft aus» - so oder ähnlich klingt es dieser Tage wieder vor vielen Haustüren in Stadt und Land. Auch in Hirschzell sind ab dem kommenden Montag die Sternsinger der Pfarrei St. Ulrich unterwegs. An drei Tagen besuchen sie die Menschen, um Spenden für ein Land in der Dritten Welt zu sammeln und Christus Segen zu verbreiten.

Dass sie auf ihrer Mission lange unterwegs sind und manchmal ganz schön frieren, stört die Freiwilligen nicht. Denn sie haben einen Film über Kinder im Senegal in Afrika gesehen, die täglich viel weitere Strecken laufen müssen und das unter viel schlimmeren Bedingungen. Gemeindereferentin Dorothea Kleele-Hartl war es wichtig, den Jugendlichen zu zeigen, für wen sie in diesem Jahr Spenden sammeln.

Genau 2020,80 Euro trug die Pfarrgemeinde St. Ulrich im vergangenen Jahr 2009 zusammen. Heuer soll es unter dem Motto «Kinder finden neue Wege» ebenfalls eine ordentliche Summe werden. Allerdings waren 2009 weitaus mehr Ministranten als Weise aus dem Morgenland unterwegs. «In diesem Jahr machen erschreckend wenige Kinder mit, weshalb wir nur drei Gruppen bilden konnten», erklärt Kleele-Hartl.

Vielen, so glaubt die Gemeindereferentin, sei der Aufwand inklusive Vorbereitungstagen zu groß.

Anderen Pfarreien der Stadt sei es heuer ähnlich gegangen, weiß Kleele-Hartl von Gesprächen mit Kollegen. «Uns werden nicht mehr die Türen eingerannt wie früher, aber wir hoffen auf mehr Freiwillige im nächsten Jahr.»

Schließlich heißt es jedes Jahr: Kleider anprobieren, Lieder üben und Texte lernen. Für die zwölfjährige Julia, die zum ersten Mal dabei ist, kein Problem. «Die Lieder lernen wir auswendig, aber bei den Texten dürfen wir schon mal ins Buch schauen», verrät sie. Zusammen mit den «alten Hasen» Anna (11 Jahre) und Theresa (14), die bereits zum dritten Mal mitmachen, geht es zur Anprobe in den Ulrichsaal der Pfarrei. Wer welchen Part übernimmt, ist noch nicht ganz klar, lediglich Anna weiß bereits, dass sie den Mohren spielen wird.

«Die anderen zwei wollten einfach nicht, also mach ich es. Ist für mich auch mal etwas Neues», sagt sie und grinst.

In der Gruppe von Lukas, Philipp und Johannes wird dagegen durchgewechselt. «Am ersten Tag mach ich den Mohren, danach darf dann der Philipp», weiß Johannes. Nur der zehnjährige Lukas wird niemals schwarz angemalt werden, das darf er nämlich nicht. «Meine Mama hat gesagt, das macht sie nicht mit, nachdem ich im Fasching einmal angemalt war und beim Abwaschen so ein Geschrei gemacht habe», gesteht er. Begleitet werden die Sternsinger von Gruppenleitern, die nicht nur den Einsatz zum Singen geben, sondern auch Hilfe leisten, wenn die Haustüren zu hoch sind. Denn neben dem Stern, Weihrauch und einer Sammelbüchse darf auch die Kreide bei den Sternsingern nicht fehlen.

«20 * C + M + B * 10» wird nun ein Jahr lang am Türrahmen stehen. Die Buchstaben stehen nicht, wie viele glauben, für Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für «Christus Mansionem Benedicat» - Christus segne dieses Haus.

Für den überbrachten Segen bekommen die Jugendlichen neben Geldspenden oft auch etwas Süßes von den Hausbewohnern. «Das ist immer prima», findet Theresa, «aber am Besten ist das warme Abendessen, das wir nach getaner Arbeit bekommen.»

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