Kirche legt den Fokus auf die Kinder

Kaufbeuren | oll | Ihr 40-jähriges Bestehen feierte die Pfarrgemeinde 'Heilige Familie'. Den Festgottesdienst in der Pfarrkirche zelebrierte Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger. Die Botschaft seiner Predigt lautete: 'Die größte gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit ist das Wohl der Familie. Die Kirche engagiert sich in ihrer Weltverantwortung dafür, weil damit die Zukunft der Kinder in unserer Gesellschaft entschieden wird.' Eine weitere Besonderheit stand an diesem für die Gemeinde außergewöhnlichen Tag auf dem Programm: Die Segnung der um ein neues Register erweiterten Orgel. Mit den Worten 'Segne diese Orgel, damit sie zu Deiner Ehre erklinge und die Menschen erfreue' bat der Weihbischof um den Segen Gottes.

Wie wichtig den Menschen die Kirche sei, habe sich am Beispiel einer Pfarrgemeinde in Ostdeutschland gezeigt, die, weil das Dorf dem Bergbau zum Opfer fallen wird, ihr komplettes Gotteshaus an einen neuen Standort transportieren ließ, sagte Losinger. Die Kirche sei den Menschen eben geistige Heimat, Wertmaßstab und Orientierung. Der Titel der Gemeinde 'Heilige Familie' sei ideal gewählt, denn er stehe für die 'programmatischste Herausforderung der Kirche', versicherte der Weihbischof.

In der eigenen Familie werde der junge Mensch geformt, würden ihm Werte und Orientierung vermittelt. Sei die intakte Familie nicht vorhanden, führe dies oft zu Defiziten. 'Wir leben zwar in einer reichen Gesellschaft', erklärte er. Dennoch sei bei Familien ab drei Kindern der Ansatz zu Armut und prekärer Situation gegeben. Die Kirche müsse versuchen, entstandene Defizite auszugleichen sowie die Förderung der Familien, die Wertevermittlung und Orientierungshilfen und das Angebot der geistigen Heimat in das Zentrum ihrer Arbeit zu stellen. Kinder stellten in einem bestimmten Alter viele Fragen, wie man wisse, sagte der Weihbischof. 'Es wäre eine Katastrophe wenn sie keine Antworten erhielten', sagte er und sprach von einer 'grandiosen Aufgabe der Kirche'. Der Prediger griff zurück auf das Evangelium, das zuvor Diakon Herbert Patrzek vorgelesen hatte. In der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten und ihrer Rückkehr nach Nazareth sehe er 'einen Fingerzeig, wie mit hoher Sensibilität und Kreativität' Kinder zu beschützen seien und das Leben von Familien erträglich zu gestalten sei. Gegen Ende stellte der Weihbischof noch eine - wie er sagte - 'freche, provokative Frage. Angenommen hier im Haken würden Öl oder Gold gefunden. Würden auch wir unsere Kirche ausgraben und mitnehmen?'

Konzelebranten waren die Pfarrer Günther Rehle, Gerhard Lederle und Thomas Demel. Lederle, 24 Jahre Gemeindepfarrer der 'Heiligen Familie', sprach im Rollstuhl einen Teil des Hochgebets bei der Eucharistiefeier.

Mit der fünfteiligen Komposition 'Missa brevis' von Wolfgang A. Mozart begleiteten Chor und Orchester unter der Leitung von Daniel Hermann den Gottesdienst. Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrsaal betonte Oberbürgermeister Stefan Bosse: 'Diese Pfarrgemeinde hat im Laufe der Jahre Großartiges vollbracht. Sie gibt dem Stadtteil Identität, ist ein Bollwerk gegen Anonymität und setzt dort an, wo Hilfe notwendig ist'.

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