Kirche: Gemeinschaft braucht Zeichen

Marktoberdorf /Ostallgäu (gb). - Für die katholische Kirche ist Fronleichnam, das immer am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag begangen wird, ein hoher Festtag. In besonderer Weise wird die Gegenwart Christi in der vom Priester gewandelten Hostie gefeiert. In der Stadtpfarrkirche St. Martin nahmen wie allerorten traditionellerweise die örtlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen ebenso daran teil wie Vertreter der Stadt und des öffentlichen Lebens. 'Gemeinschaft braucht Zeichen, in denen die Zugehörigkeit sichtbar wird', begann Stadtpfarrer Wolfgang Schilling seine Predigt. Dieses Zeichen der Gemeinschaft sei das Brot, das sich jedoch die Kirche nicht selbst gegeben habe, sondern von Jesus stamme. Beim letzten Abendmahl habe Jesus in Brot und Wein sich selbst ausgeteilt und so das Zeichen des Bundes gesetzt, den Gott mit den Menschen geschlossen habe.

'Jesus schenkt sich uns im Brot, damit wir Schwestern und Brüder werden', fuhr der Stadtpfarrer fort, 'im Brot ist er uns nahe'. Wenn wir dieses Brot durch die Straßen tragen, seien wir mit dem Brot unterwegs als eine Gemeinschaft der Glaubenden im Loben und im Danken. Seit Jesus am Abend vor seinem Leiden das Brot gebrochen habe, sei es zum gelebten Zeichen der Liebe geworden. Die Christen empfingen bei der Eucharistiefeier gerne dieses Brot, das der Herr selbst gebe, denn es würde ihr Leben nähren und stärken. 'Eucharistie feiern und Brot teilen heißt: Leben teilen!', sagte der Prediger und sprach die Hoffnung aus, dass die Feier von Jesu Vermächtnis einmal in der großen Gemeinschaft des Glaubens in der einen Kirche möglich sei. Am Ende der Ansprache lud Schilling zur eucharistischen Prozession ein und meinte, sie sei 'keine Demonstration gegen irgendjemand, sondern ein Bekenntnis des Glaubens, ein Bekenntnis zu Gott, der immer wieder sagt: Für euch und mit euch!'Eine große Schar Gläubiger folgte der Einladung zur Prozession, die sich bei strahlend blauem Himmel durch die geschmückten Straßen der Stadt bewegte. Das eucharistische Brot wurde von Stadtpfarrer Schilling in einer barocken Monstranz getragen. Mit Gebeten und Liedern, die von der Stadtkapelle begleitet wurden, machten die Christen an vier Altären Station, an denen für die Kirche, unser Volk, eine gute Ernte und die Stadt Marktoberdorf und seine Bewohner der Segen Gottes erfleht wurde. Mit dem 'Te Deum', dem Lob Gottes, endete die Prozession in der Frauenkapelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018