Wiggensbach
Kinder beschenken und manchem Lauser die Leviten lesen

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Der Nikolausumzug in Wiggensbach ist einer der traditionsreichsten in der gesamten Region. Seit nunmehr einem halben Jahrhundert haben sich die Mitglieder des TSV der Pflege und dem Erhalt dieser Tradition verschrieben.

«Begonnen hat alles mit der Idee, die Kinder zu beschenken, aber vor allem dem einen oder anderen Knirps tüchtig die Leviten zu lesen.» Das jedenfalls hat Richard Röhrle, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, alten Aufzeichnungen entnommen. Damit der Nikolaus seinem Amt gerecht werden konnte, hatten die Eltern Beschwerden über ihren Nachwuchs zu Papier gebracht und - mit einem Geschenk - bei den Verantwortlichen des TSV abgegeben. Einiges wieder gut machen konnten die Gescholtenen, wenn sie dem Heiligen Mann ein Gedicht vortragen oder ein Gebet aufsagen konnten.

Heute wird der heilige Nikolaus, der im richtigen Leben Toni heißt, vom Knecht Ruprecht begleitet - in dreifacher Ausführung. Und die Geschenke für die Kinder der Gemeinde werden längst vom TSV Wiggensbach gestellt - hübsch verpackt von der Senioren-Gymnastikgruppe. Im Gegenzug wird im Kindergarten tagelang emsig gemalt, damit die Kleinen auch ein Dankeschön-Präsent für den Nikolaus haben. Mit zu dessen Gefolge gehören übrigens auch 25 «Gloaser». Die wilden Gesellen in Fellkleidung, mit urigem Kopfputz und schweren Glocken würden es mit dem «Angst einjagen» aber nicht so ernst nehmen und außerdem stünden zum diesjährigen Jubiläum noch allerlei musikalische Überraschungen auf dem Programm, verspricht der Organisator.

Viele fleißige Hände und die Unterstützung der Gemeinde seien erforderlich, um diesen Umzug auf die Beine zu stellen. «Das geht halt, wenn man mit dem Bürgermeister auf du und du steht, da greift ein Rad ins andere», sagt Röhrle und immer sei «das Glänzen der Kinderaugen, wenn der Nikolaus seine Runden zieht, die größte Bestätigung» für die Vereinsmitglieder.

An diesem Samstag, 5. Dezember, hat bereits ab 15.30 Uhr der Weihnachtsmarkt geöffnet. Daneben sorgen Verpflegungsstände für das leibliche Wohl. Ab 16 Uhr verbreiten Bläsergruppen, Liederkranz, Alphornbläser, der Chor der Volksschule und die Walser Bube adventliche Stimmung. Dörthe Winkler verkürzt mit dem Vorlesen von Geschichten die Zeit, bis der Nikolaus Einzug hält. Um 18.15 Uhr gibt es den Einzug der wilden Klausen und um 18.45 Uhr schließlich kommt der Nikolaus und beschert Kinder bis sechs Jahre.

Der Erlös aus dem Verkauf von Glühwein und Leckereien kommen der Jugendarbeit des TSV zugute.

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