Keine frohe Botschaft für Bad Hindelang

Bad Hindelang (hcr). Mit der Entwicklung des Tourismus im vergangenen Jahr kann die Gemeinde Bad Hindelang nicht zufrieden sein. Dieses Resümee zog Kurdirektor Maximilian Hillmeier bei der gut besuchten Bad Hindelanger Bürgerversammlung, auf der er den Tourismusbericht 2003 vorstellte. Die Zahl der Übernachtungen ist um sechs Prozent zurückgegangen. Knapp 2000 Gäste weniger haben ihren Urlaub in der Marktgemeinde verbracht. Das ist ein Minus von 1,7 Prozent. Eine Verbesserung der Situation verspricht sich Hillmeier vom aktiven Gesundheitsurlaub sowie durch den weiteren Ausbau der Vier-Sterne-Hotellerie. Leider kann ich Ihnen keine frohe Botschaft bringen, erklärte Hillmeier zu Beginn seiner Ausführungen. Denn Bad Hindelang lag im vergangenen Jahr mit insgesamt 984125 Übernachtungen zum ersten Mal seit 1987 wieder unter der Millionengrenze. Die meisten Übernachtungen gab es mit knapp 1,13 Millionen in dem Boom-Jahr 1996. Seitdem habe die Gemeinde Bad Hindelang satte 143900 Übernachtungen pro Jahr verloren, allein 63000 davon in 2003. Nach Schätzungen des Kurdirektors muss der Ort dadurch jährlich finanzielle Einbußen von über elf Millionen Euro hinnehmen.

Für den Rückgang sind laut Hillmeier nicht allein die ungünstige Ferienregelung oder die wirtschaftlich immer noch schwierigen Zeiten verantwortlich. Das Hauptproblem liege darin, dass die Gemeinde Bad Hindelang immer weniger Betten in der Statistik führe. So sei die Anzahl der Betten innerhalb von nur zwei Jahren von 7622 im Jahr 2001 auf 6836 in 2003 zurückgegangen. Hillmeier erklärte, dass die meisten Betten und damit Übernachtungen im niedrigen Preis-Segment vom Markt verschwunden seien. Daher empfahl er, die Ansiedlung einer Vier-Sterne-Hotellerie mit allen Kräften weiter zu forcieren. Die Hälfte der knapp 800 im wertschöpfungsschwachen Segment weggefallenen Betten, müssten oben wieder aufgefüllt werden. Bad Hindelang brauche ein qualitatives Wachstum, um im globalen Tourismus wieder wettbewerbsfähig zu sein, ist Hillmeier überzeugt. Wünschenswert ist laut Bürgermeister Roman Haug auch der Neubau eines Thermalhotels. Die Gemeinde suche derzeit nach geeigneten Investoren für dieses Großprojekt. Der Titel Bad ist und bleibt nach Ansicht Hillmeiers die höchste Qualitätsaussage im deutschen Gesundheits-Tourismus. Bad Hindelang dürfe aber nicht bei dem stehen bleiben, was ehedem die Kneipp-Kur war, sondern müsse mit der Zeit gehen. Denn die neue Lust an der Bewegung wie sie etwa im Nordic Walking oder Mountain-Bike-Fahren zum Ausdruck kommt sei eine große Chance für die künftige Entwicklung der Gemeinde als aktive Gesundheitsregion. Wegen der angespannten finanziellen Lage Bad Hindelangs hat der Gemeinderat beschlossen, auch im Tourismus-Bereich zu sparen. So werden etwa die Außenstellen der Kurverwaltung in Bad Oberdorf und Unterjoch geschlossen.

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