Kaufbeuren
«Keine Angst vor Veränderungen»

Mehr als 1000 Gläubige besuchten an Heiligabend die evangelische Christvesper in der Dreifaltigkeitskirche, um die Geburt Jesu Christi zu feiern. In den Mittelpunkt des Gottesdienstes stellte Pfarrer Thomas Kretschmar einen namenlosen Hirten aus Peru, stellvertretend für die Hirten, die seit der Antike als Menschen am untersten Rand der sozialen Leiter gegolten hätten. Die Hirten jener Zeit verglich er mit Menschen von heute, die aus unterschiedlichen Gründen «aus allen Netzen und Konventionen unserer Gesellschaft herausgefallen sind»: als Hartz IV-Empfänger ohne Chancen auf dem Arbeitsmarkt etwa.

Die soziale Stufung innerhalb unserer Gesellschaft lasse sich auch auf die internationale Politik übertragen. Mit Blick auf das Ergebnis des Klima-Gipfels in Kopenhagen werde deutlich, dass es «ganze Völker gibt, die auf der sozialen Leiter der Weltgemeinschaft ziemlich unten stehen», so Kretschmar. Den Hirten und Bauern in den Anden beispielsweise werde die Lebensgrundlage genommen, weil aufgrund der Erderwärmung die Gletscher als einzige Trinkwasser-Reserve schrumpften.

Eine Keramikfigur, die einen Hirten aus dem peruanischen Hochgebirge darstellt, ist deshalb auch Teil der Krippe in der Dreifaltigkeitskirche.

Das Bild der sozialen Leiter mache Angst, so der Geistliche. «Denn es wirkt so, als ob es nur ein Auf oder Ab gibt.» Wenn Gott «auf der großen Himmelsleiter zu uns Menschen absteigt», sei dies dagegen ein Gewinn an Liebe und Zuneigung, so Kretschmar weiter. Dies seien Dimensionen, die von Politikern kaum noch zu realisieren seien. Der Engel der Heiligen Nacht rufe auch uns zu: «Habt keine Angst vor Veränderungen, dann können wir uns Chancen auf etwas Neues schenken lassen.»

Gott begleite uns, weil er das Gefühl der Unsicherheit auf dem Weg in die Veränderung kenne. «Er wusste, wie schwierig der Weg für das Kind in der Krippe werden würde.

» Eines sei den Hirten auf dem Feld bei Bethlehem bewusst gewesen: Mit ihnen setzte Gott den Anfang für eine Veränderung, die alle Welt erfahren solle: «Der Heiland, der Retter ist geboren. In ihm dürfen wir Gott selber erkennen.»

Musikalisch begleiteten die Kantorei sowie der Posaunenchor unter der Leitung von Traugott Mayr und von Joachim Butz die Vesper. Die Weihnachtsgeschichte trugen Marlene Tietje und Johannes Lutzmann vor.

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