Kein Windrad neben bestehendem Funkturm

Bad Grönenbach (fk). - Wenn es nach dem einstimmigen Beschluss des Bauausschusses im Marktgemeinderat Bad Grönenbach geht, wird es am 'südöstlichsten Zipfel des Marktes' kein Windrad geben: Ein Büro für Erneuerbare Energien aus Weihenzell wollte auf der Anhöhe neben dem Funkturm (rund einen Kilometer nördöstlich der Raststätte Allgäuer Tor, am Pfefferhof), eine Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 255 Metern errichten. Der Durchmesser der Rotorblätter hätte 95 Meter betragen. Nachdem sich der Standort Greuth relativ schnell zerschlagen hatte und der Naturschutz den vom Markt favorisierten Standort Rothenstein aus 'naturschutzlichen Gründen' verworfen hatte, sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig gegen das Vorhaben unweit des Landschaftsschutzgebietes 'Ehwiesmühltal' aus. An dieser landschaftlich sehr exponierten Stelle wollten die Räte das rund 168 Meter hohe Rad nicht platziert haben. Außerdem wollte man der momentan in Aufstellung befindlichen Regionalplanung nicht entgegenwirken. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden verfügt der Kneippkurort laut Bürgermeister Bernhard Kerler derzeit über keine 'Konzentrationsfläche' für Windkraftanlagen. Einstimmig sprachen sich die Räte jedoch für ein anderes Projekt aus: Die Memminger Firma Rohde & Schwarz will auf dem rekultivierten Bereich, unmittelbar neben der Firma Unglert (Darast bei Zell) eine Antennenmessplatte mit unterirdischer Messhütte (zwei kleine Kellerräume) bauen. Die Anlage will Rohde & Schwarz zur Kalibrierung, Messung und dem Test von Antennen nutzen. Das 'gemeindliche Einvernehmen' einstimmig verweigert haben die Räte einem Vorhaben der Firma Geiger aus Oberstdorf: Die Baufirma wollte ihre Grube 'Allgäuer Tor' mit 'leicht belastetem Material', so genanntem Z-1-Material aus Straßen-Recycling verfüllen. Bereits vor einem Jahr hatte der Bauausschuss des Marktgemeinderates ein solches Ansinnen bereits abgelehnt.

Keine Gefährdung? Nachdem nun ein unabhängiges Ingenieurbüro ein erneutes Gutachten vorlegte, hatten Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt ihre Zustimmung signalisiert, allerdings unter einer Reihe von Auflagen. Die Markträte blie-ben bei ihrem Nein: Zwei Kilometer weiter beginnt das Wasserschutzgebiet des Kurortes; das kostbare Nass darf nach Ansicht des Bauausschusses nicht gefährdet werden. Bei 65 Metern Bodenüberdeckung sieht das Wasserwirtschaftsamt keine Gefährdung des Grundwassers. Laut Kerler kann es nun allerdings sein, dass das fehlende 'gemeindliche Einvernehmen' durch das Landratsamt ersetzt wird.

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