Füssen / Ostallgäu
Kein Verständnis für Salz auf Gehweg

Jetzt gibt der Winter noch einmal richtig Gas. Winterdienste und Hausbesitzer räumen, was das Zeug hält. Dabei kommt auch regelmäßig Salz zum Einsatz. Doch das stößt so manchem sauer auf. Berthild Steudner aus Schwangau etwa ist «übertriebener Salzeinsatz», wie sie betont, ein Dorn im Auge. Sie befürchtet dadurch eine erhöhte Umweltbelastung und fordert, dass nur in Ausnahmefällen gesalzen wird.

«Für viele ist es sehr bequem, reichlich Salz zu streuen», hat die 68-Jährige beobachtet. Doch letztlich lande das Salz in ihrem Blumenbeet und ihre Rosen gingen ein, klagt Steudner. Die Schwangauerin hat sich nun im Internet schlau gemacht: «In vielen Städten und Gemeinden ist Salz streuen bereits verboten», fand sie heraus.

Unfallvermeidung hat Priorität

Und tatsächlich gibt es in vielen Gemeinden im südlichen Ostallgäu - darunter Füssen, Schwangau, Pfronten und Seeg - eine entsprechende Verordnung. Danach dürfen Private nur bei «besonderer Glättegefahr» und bei Steigungen Salz einsetzen. Die meisten Gemeinden drücken aber beide Augen zu. Denn «dass Unfälle vermieden werden, hat oberste Priorität», erklärt etwa Schwangaus Hauptamtsleiter Klaus Lang. Zudem sei «besondere Glättegefahr» sehr «schwammig» formuliert, ergänzt sein Seeger Kollege Karl Huber.

Manchmal sei es besser zu salzen, sonst bliebe zu viel Splitt liegen. Pfrontens Bauhofleiter Leo Erhart rät sogar ausdrücklich zu einem Salz-Splitt-Gemisch bei einem Viertel Salzanteil: «Splitt allein versinkt, wenn es draufschneit.»

Doch nicht nur intensiver Streueinsatz stößt bei manchem auf wenig Gegenliebe. Wer etwa als Spaziergänger am Lechufer oder in Bad Faulenbach verschneite Wege suche, werde enttäuscht, klagt Helmuth Kypke aus Füssen. Denn dort sei alles penibel von der Stadt geräumt - von wegen Winterfreude.

Füssens Tiefbauamtsleiter Rolf Tschirschnitz kennt das: «Der eine möchte Schlittenfahren, der andere wandern. Irgendeiner ist immer unzufrieden.» Generell müssten aber auch Wanderwege wintersicher sein.

Was dem einen zu viel ist, reicht dem anderen lange nicht aus. Kasimir Schmutz beklagte sich gestern Nachmittag, dass die überwiegende Zahl der Ortsstraßen noch nicht geräumt sei. «Wir sind seit halb 5 Uhr im Dauereinsatz und räumen nach und nach alle Straßen», bat Tschirschnitz um Verständnis.

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