Kaufbeuren
Kein Spaßprodukt für die Reichen

Falten im Gesicht mit Botox wegspritzen - ein Hobby, dem vor allem die Reichen und Berühmten frönen. Dr. Martin Hecht, Chefarzt der Kaufbeurer Neurologie, mag diesem von vielen Medien gewürdigten Aspekt des Botulinumtoxins aber gar nicht unbedingt so viel abgewinnen. «Der große medizinische Nutzen dieses Mittels gerät in den Hintergrund. Es handelt sich nämlich keineswegs um ein Spaßprodukt für die oberen 10000.» Darum hat er das sechste Allgäuer Neurologie-Symposium, das am kommenden Samstag im Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus stattfindet, auch komplett der therapeutischen (und nicht kosmetischen) Nutzung des Botulinumtoxins (siehe Wortweiser) gewidmet.

Mehrere Anwendungsbereiche

«Es gibt mehrere Bereiche der Anwendung», so Hecht. Zum Beispiel bei der so genannten Dystonie, die zu willentlich nicht beeinflussbaren Bewegungen des Betroffenen führt und denen er quasi ausgeliefert ist. «Bekannt ist bei der Dystonie zum Beispiel der Schiefhals, bei dem sich der Kopf plötzlich zur Seite dreht. Versuchen Sie mal, so Auto zu fahren.» Die Gabe von Botulinumtoxin wirke dabei nachgerade schon revolutionär. Ein weiteres Beispiel: Viele haben schon einmal Menschen getroffen, die ständig mit den Augen blinzeln. «Das kann nicht unterdrückt werden und sogar zur funktionellen Blindheit führen. Die Betroffenen laufen zum Beispiel gegen Laternen.

» Wenn ein Arzt dann Botulinumtoxin anwende, habe der Patient drei Monate Ruhe, die Symptome seien also gut bekämpfen. In seiner Abteilung werde das Mittel auch viel bei Spastik angewendet, die sich zum Beispiel als Folge von Schlaganfällen einstellt. Aber Botulinumtoxin könne zum Beispiel auch bei einer überaktiven Harnblase erfolgreich eingesetzt werden. Bei dem Symposium werden neben Dr. Hecht auch seine Oberärztin Dr. Gabi Escheu und der Kaufbeurer Urologe Herbert Becher sowie Dozenten aus München und Halle referieren.

Das 6. Allgäuer Neurologie-Symposium findet am Samstag, 21. November, von 9 bis 13 Uhr im Festsaal des Kaufbeurer Bezirkskrankenhauses statt. Es wird vor allem für Angehörige von Gesundheitsberufen veranstaltet, aber auch versierte Laien oder Patienten sind herzlich willkommen.

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