Kein Schuss ohne Aufsicht

Bei Allgäuer Schützenvereinen steht Sicherheit ganz oben - Lehrgänge für Schießleiter Westallgäu (mpf). Das Thema Sicherheit spielt bei den Allgäuer Schützenvereinen eine ganz große Rolle. Wenn der Nachwuchs trainiert oder Wettkämpfe bestreitet, 'geschieht dies immer unter der Aufsicht eines Erwachsenen', sagt Manfred Schneider, Schützenmeister des Gaues Oberallgäu..

Bei den Übungsabenden sorgt der Schießleiter oder eine andere geschulte Aufsichtsperson des Vereins dafür, dass die Jungschützen 'nicht unkontrolliert mit den Waffen hantieren', lässt Schneider wissen. Die Schießleiter werden auf Lehrgängen auf ihre Arbeit vorbereitet. Ihr Wissen geben sie an die Verantwortlichen weiter, die in den Vereinen darauf achten, dass es im Schützenhaus zu keinen Unfällen kommt. Diejenigen, die die Schießaufsicht haben 'sind waffenkundige Personen', sagt Schneider. Dabei wird unter anderem darauf geachtet, dass der Lauf der Waffen immer in Richtung Scheibe zeigt, die Waffen an den dafür vorgesehenen Plätzen im Schützenhaus abgestellt werden und 'die Jugendlichen keinen Unsinn machen', betont der Gauschützenmeister. Bei den Luftgewehrschützen, die den Großteil der schießenden Hobbysportler im Allgäu bilden, gibt es bezüglich Kleidung keine besonderen Vorgaben. Im Leistungsbereich jedoch tritt kein Schütze ohne entsprechende Schießkleidung wie Schießhose, -jacke, -schuhe und Handschuhe an. Geschossen wird erst nach dem Kommando einer Aufsichtsperson. Grundsätzlich sind alle Langwaffen einschüssig, erläutert Schneider. Wird jedoch mit halbautomatischen Waffen geschossen, wird sichergestellt, dass die Magazine nicht gefüllt und die Verschlüsse geöffnet sind. Ferner muss die Munition von der Waffe getrennt sein. Nach dem Schießen heißt es dann 'Magazine raus', falls diese an der Waffe vorhanden sind, und Waffen verwahren, sagt Experte Schneider. Mit Luftdruckwaffen darf bereits im Alter von zwölf Jahren geschossen werden. Mit Ausnahmegenehmigung des zuständigen Landratsamts sogar schon vorher, 'wenn der Jugendliche besonders talentiert ist', weiß Schneider. Kommen die Mädchen und Buben zum ersten Übungsabend, werden vorher entsprechende Trockenübungen gemacht. Ein erfahrener Vereinsschütze, der zur Jugendarbeit geeignet ist, zeigt dem Nachwuchs, wie man ein Luftgewehr spannt, die Munition einlegt, den Abzug betätigt, richtig atmet und das Gewehr ablegt. Klappen diese Übungen, 'wird erst einmal auf einen Karton mit Markierung geschossen, bevor auf Scheiben gezielt wird', sagt Gauschützenmeister Schneider. Wer den ersten Wettkampf bestreiten darf, entscheidet schließlich der Jugendtrainer. Auch bei Titelkämpfen wird strikt darauf geachtet, 'dass die Sicherheits-Rituale eingehalten werden', betont der 53-jährige Gauschützenmeister. Einmal jährlich findet in den Schützenvereinen eine Belehrung statt, die von jedem aktiv am Schießsport teilnehmenden Schützen zu unterschreiben ist. Und was passiert, wenn sich bei einem Wettkampf dann doch ein Schuss löst und jemand verletzt wird? 'Verantwortlich ist der, der die Aufsicht hat', antwortet der 53-Jährige. Denn der geschulte Schütze, der über die Sicherheit wacht, müsse sich versichern, dass zum Beispiel nach dem Wettkampf Magazine herausgenommen, der Verschluss geöffnet und die Waffe abgelegt wird. Von den Jugendlichen wird erwartet, dass 'sie Verantwortung im Umgang mit ihrem Sportgerät entwickeln', sagt Schneider.

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