Garmisch-Partenkirchen
Kein Rezept gegen flinke Garmischer

Den Auftakt in das neue Jahr haben sich die Verantwortlichen des Eishockey-Zweitligisten ESV Kaufbeuren anders vorgestellt: Nach der knappen Heimniederlage gegen die Lausitzer Füchse sorgte die klare 0:6-Pleite am Dienstagabend beim SC Riessersee für kollektives Kopfschütteln.

Auf die Frage nach seiner Analyse des Spiels antwortete Joker-Trainer Ken Latta kurz und treffend: «Ihr kennt alle das berühmte Wort, das mit S beginnt.» Den korrekten Wortlaut konnte sich jeder der Anwesenden denken. Als Latta jedoch im Anschluss etwas konkreter wurde, musste er die klare Überlegenheit der Garmischer neidlos anerkennen. «Sie waren in allen Belangen besser und haben jeden Zentimeter auf dem Eis beherrscht», so der Coach. Dass die Hausherren deutlich mehr Explosivität an den Tag legten, war schon in den ersten Aktionen erkennbar: Bereits nach 36 Sekunden führten sie mit 1:0. «Wir wollten mit viel Tempo und Härte gleich von Beginn an dem ESVK den Zahn ziehen», sagte SCR-Trainer Maurizio Mansi. Schnell war klar: An diesem Abend können sich die Kaufbeurer mit der Garmischer Gangart nicht anfreunden.

«Sie haben unseren Topscorer Jordan Webb mit dieser Spielweise komplett aus dem Spiel genommen und unseren Angriff im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt», meinte Latta. Dass auch eine Magen-Darm-Grippe, die derzeit in den Reihen der Mannschaft kursiert, ihren Teil zur Pleite beigetragen hat, ließ der Übungsleiter nicht unerwähnt: «Emil Ekblad hat in den vergangenen Tagen fast sechs Kilo Gewicht verloren. Das geht nicht spurlos vorüber.»

Die fehlende geistige Frische war besonders beim zweiten und dritten Gegentreffer zu sehen. Beide Tore fielen jeweils im Nachschuss aus kurzer Entfernung. «Wir waren immer einen Schritt zu langsam», erklärte Daniel Oppolzer. Einzig Torhüter Thomas Tragust verhinderte bereits im Mitteldrittel, als seine Mannschaft mit zwei Mann weniger auf dem Eis stand, eine noch größere Blamage.

Dass der Kaufbeurer Coach auch bei einem 0:4-Rückstand zu Beginn des letzten Drittels noch an sein Team glaubte, unterstrich er mit einer ungewöhnlichen Aktion: Er nahm zu Beginn des letzten Abschnitts eine Auszeit und erntete dafür viel Gelächter von der Tribüne. «Du musst dir bei so einem Spiel einfach etwas einfallen lassen», sagte er später. Doch allzu lange wirkten seine Worte nicht, den mit dem 0:5 in der 42. Minute wurde der kollektive Tiefschlaf erneut bestraft. Während Latta nun auch dem Nachwuchs in Form einer vierten Sturmreihe reichlich Eiszeit gab, konnten sich die Werdenfelser spielerisch weiter austoben. «Wir werden das Spiel sachlich analysieren und dabei nicht in Panik verfallen», so Latta. Trotz der Niederlage attestierte er seiner Mannschaft die richtige Einstellung und Moral.

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