Kein Geld vom Freistaat für Fuchstalbahn

Landsberg/München (eh). - Vom Freistaat wird es kein Geld für die Reaktivierung der Fuchstalbahn zwischen Landsberg und Schongau für den Personenverkehr geben. Das teilte Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu (CSU) der Weilheimer Landtagsabgeordneten Renate Dodell (CSU) schriftlich mit. Er begründete die ablehnende Haltung damit, dass eine Reaktivierung aus 'verkehrlichen Gründen' nicht gerechtfertigt werden könne. Dodell hatte in einer Plenarsitzung des Bayerischen Landtags eine mündliche Anfrage an das Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie gerichtet: 'Unter welchen Voraussetzungen zu Organisation, Trägerschaft und Finanzierung hält die Staatsregierung die Reaktivierung der Fuchstalbahn zwischen Landsberg und Schongau für realisierbar?' - das wollte sie wissen.

'Bis 650000 Euro pro Jahr' Wiesheu teilte ihr schriftlich mit, dass die Investitionskosten für die Ertüchtigung der Schienen-Infrastruktur, abhängig vom Betriebskonzept, voraussichtlich zwischen zehn und 13 Millionen Euro verschlingen würden. Hinzu kämen Kosten für die Fahrzeuge und den laufenden Betrieb. Hierfür geht der Wirtschaftsminister, je nach Bedienungsvariante, von 250000 bis 650000 Euro pro Jahr aus.

Potential reicht nicht aus Demgegenüber könne ein 'angemessener verkehrlicher Nutzen' aus mehreren Gründen nicht dargestellt werden: Die Siedlungsschwerpunkte zwischen Schongau und Landsberg lägen überwiegend nicht im unmittelbaren Einzugsbereich der Schienenstrecke. Zudem reichten die Potenziale der Reisenden zwischen Schongau und Landsberg und in Richtung Augsburg allein nicht aus, um die hohen Investitionen in die Infrastruktur und den laufenden Betrieb zu rechtfertigen, stellt Otto Wiesheu fest. Deswegen werde der Freistaat nicht als Besteller der Verkehrsleistungen auftreten und er werde auch keinen anteiligen Zuschuss für die Ertüchtigung der Infrastruktur und die Beschaffung der Fahrzeuge in Aussicht stellen, kündigt der Minister an. Aus Sicht der Staatsregierung komme eine Reaktivierung nur in Betracht, wenn die kommunalen Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs die Kosten für Infrastruktur, Fahrzeuge und den Ausgleich der jährlichen Betriebskosten sicherstellen würden. Vor kurzem hatte sich der Kreistag Weilheim-Schongau auf Initiative der SPD-Kreistagsfraktion mit dem Thema Fuchstalbahn beschäftigt. Und schließlich vereinbart, dass die Vorgehensweise mit dem Landkreis Landsberg abgestimmt werden solle. Deswegen war ein Antrag der SPD zurückgestellt worden, wonach Landrat Luitpold Braun (CSU) mit dem Freistaat über die Reaktivierung der Fuchstalbahn verhandeln solle.

Knappe Haushaltslage des Kreises Für Landsbergs Landrat Walter Eichner (CSU) gibt es keinen Grund, mit dem Nachbar-Landkreis eine Vorgehensweise abzustimmen. Denn in Sachen Fuchstalbahn lägen keine neuen Erkenntnisse vor. Der Landsberger Kreistag sieht bekanntlich keine Notwendigkeit, das Projekt weiterhin ins Visier zu nehmen. Denn er sei hierfür nicht zuständig, und müsse bei der knappen Haushaltslage des Kreises schon alle Register ziehen, um mit den Pflichtaufgaben über die Runden zu kommen.

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