Kein Fasnetsumzug in Scheidegg

Von Benjamin Schwärzler | Westallgäu Der Fasching 2008 wird nicht nur ziemlich kurz, sondern im Vergleich im Westallgäu wohl auch vergleichsweise ereignisarm: Der Fasnetsumzug in Scheidegg und der Laternensprung in Hergensweiler finden nicht statt.

Man mag es kaum glauben, aber obwohl noch längst nicht alle verglühten Silvesterraketen von den Straßen gekehrt sind, steuert die närrische Zeit schon ihrem Ende zu. Der Gumpige Donnerstag, auch Weiberfasching genannt, findet heuer bereits am 31. Januar statt. Und nur wenige Tage später ist das bunte Treiben auch schon wieder vorbei: Der Faschingsdienstag beschließt bereits am 6. Februar die Regentschaft der Narren. Somit fällt der Fasching zwei Wochen kürzer aus als im vergangenen Jahr.

Die Folge ist, dass sich in dieser Zeit nicht alle wichtigen Termine unterbringen lassen. Deshalb wird es heuer keinen Fasnetsumzug in Scheidegg geben, wo im Vorjahr noch 10 000 Mitwirkende und Zuschauer die Straßen belagert hatten. 'Das bleibt eine eindeutige Ausnahme', betont Zunftmeister Peter Willner. Aber angesichts der dichtgedrängten Termine sei es nicht einfach, genügend teilnehmende Gruppen zu finden. 'Es ist auch für die Zuschauer nicht gut, wenn bloß die Hälfte mitläuft', findet Willner. Deshalb habe sich der Verein dazu entschieden, in diesem Jahr kein Großereignis auszurichten.

Selbstverständlich werde es alle anderen Aktivitäten wie gewohnt geben: Rathaussturm (am Gumpigen Donnerstag), Kinderball und Schülerbefreiung sind fest eingeplant. Und im kommenden Jahr soll es wieder richtig rund gehen. 'Dann feiern wir 77 Jahre Fastnet in Scheidegg', verrät Willner.

'Organisatorisch nicht machbar'

Dass die Fastnacht heuer so kurz ist, hat auch die Narrenzunft Hergensweiler dazu veranlasst, den ursprünglich für 25. Januar geplanten traditionellen Laternensprung abzusagen. 'Es wäre organisatorisch nicht zu machen gewesen', erläutert Zunftmeister Daniel Hess. Der Nachtumzug findet seit 1988 eigentlich immer im zweijährigen Wechsel mit Oberreitnau in Hergensweiler statt. 3500 Narren und Musikanten sowie 4000 Besucher sorgten dabei immer für ein rauschendes Fest in der 1700-Einwohner-Gemeinde. So soll es auch 2010 wieder werden, wenn die Narrenzunft pünktlich zu ihrem 25-jährigen Bestehen wieder einen Nachtsprung ausrichten wird, wie Hess verrät. Und natürlich werden Lieblascheller, Degermooslätsche & Co. auch heuer nicht ganz untätig bleiben: Ihr Häs ist bereits abgestaubt und der traditionelle Rathaussturm in Hergensweiler am Gumpigen Donnerstag (31. Januar) findet wie gewohnt statt.

Fast komplett auf den Fasching verzichten wird heuer das Gasthaus Adler in Oberreute: Erstmals seit 26 Jahren finden heuer keine Mädlebälle statt. 'Wir setzen heuer aus. Was nächstes Jahr ist, kann ich jetzt noch nicht sagen', sagt Inhaber Heinrich Kretz. Die Mädlebälle haben immer mittwochs in den Wochen vor Fasching stattgefunden und haben vor allem Besucher aus Vorarlberg angezogen. Heuer finden im 'Adler' lediglich Vereinsfeste und der Kinderball statt.

Umzug in Weiler wie gewohnt

Nicht beeindrucken von dem verkürzten Terminkalender lassen sich die Organisatoren des Faschingsumzugs in Weiler, der im vergangenen Jahr mit 24 teilnehmenden Gruppen einen neuen Rekord aufgestellt hat. Mitgemacht haben vor allem Vereine aus dem Gemeindegebiet. 'Es bleibt alles wie gewohnt', sagt Max Röthlingshöfer von der SV Weiler. Der Umzug findet traditionell am Faschingsdienstag (heuer am 5. Februar) statt und beginnt um 14 Uhr an der Schule. Der Gaudiwurm schlängelt sich weiter durch die Marktgemeinde bis zum Kirchplatz. Anschließend herrscht närrisches Treiben bis in die Abendstunden.

Anmeldung: Gruppen und Vereine, die beim Weilerer Faschingsumzug mitmachen wollen, können sich anmelden unter Telefon (0 83 87) 21 46.

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