Marktoberdorf
Kaufen und Wohnen im neuen «Mohren»-Haus

Seitdem der historische Gasthof «Mohren» vor 14 Jahren durch ein Feuer vernichtet wurde, fristet die Fläche an der Eberle-Kögl-Straße ihr Dasein als Parkplatz. Nun könnte die zentrale Stelle in Marktoberdorf mit einem Geschäfts- und Wohnhaus wieder bebaut werden. Knackpunkt an der ganzen Geschichte sind jedoch die Parkplätze. 24 müssen die Investoren vorweisen.

Acht Stellflächen seien oberirdisch geplant, zeigte Stadtbaumeister Peter Münsch im Bauausschuss auf. Den Rest wollten die Investoren ablösen. Denkbar sei, einen Teil der Parkplätze unter die Erde zu verlegen. Dann müsste die Sparkassen-Tiefgarage erweitert werden.

Dass auf dem «Mohren»-Areal überhaupt wieder gebaut werden soll, wurde im Ausschuss durch die Bank begrüßt. Die Mitglieder äußerten sich sehr zufrieden darüber, dass die Eigentümerfamilie Stocker aus Geisenried Geld in die Hand nehmen will. So ist auf 837 Quadratmetern im Erdgeschoss, im ersten und zweiten Stockwerk gewerbliche Nutzung vorgesehen. Für das 248 Quadratmeter große Dachgeschoss sind Wohnungen geplant.

Doch das war im Ausschuss nicht das beherrschende Thema. Es ging ums Parken. Der Plan sieht vor, die oberirdischen Stellflächen über die Eberle-Kögl-Straße anzubinden, was bei roter Ampel an der Rauh-Kreuzung durch Rückstau des Verkehrs zum Problem führen kann - ähnlich dem, was jetzt in der Meichelbeckstraße der Fall ist.

Nicht ins Stadtsäckel

Andreas Wachter (CSU) machte darauf aufmerksam, dass bei einem Neubau die jetzigen Parkplätze teilweise wegfielen. Sie seien aber weiterhin nötig, weshalb er sich erneut für ein Parkhaus im Osten der Stadt einsetzte. Ähnlich argumentierte Carl Singer (Freie Wähler).

Wenn die Stadt einer Stellplatzablöse zustimme, dürfe das Geld nicht im Stadtsäckel verschwinden, sondern müsse zum Bau neuer Parkplätze verwendet werden.

Auf der einen Seite, so wurde in der Sitzung deutlich, sei der Ausbau der Tiefgarage eine gute Lösung, zumal auch Nachbarn Interesse daran angemeldet hätten. Auf der anderen Seite seien die Kosten dafür von mindestens 20000 Euro pro Stellplatz alles andere als gering.

Tiefgarage treibt Kosten hoch

Dies führte auch Christine Stocker gestern im Gespräch mit der Allgäuer Zeitung ins Feld. Für den Bau einer Tiefgarage müssten die benachbarten Häuser unterfangen werden, damit sie keinen Schaden leiden. Das treibe die Kosten zusätzlich in eine solche Höhe, dass sich das Projekt nicht mehr rechne.

In dem Antrag, über den sich der Ausschuss informierte, gehe es ohnehin erst einmal um die Außenplanung. Zwar gebe es einen potenziellen Mieter, doch sei noch kein Vorvertrag unterzeichnet. Christine Stocker machte unmissverständlich deutlich: «Wenn es klappt, dass wir die Parkplätze ablösen können und keine Tiefgarage bauen müssen, könnten wir nächstes Jahr starten.»

Drei Hausaufgaben

So gab Bürgermeister Werner Himmer den Räten bis zur Stadtratssitzung am kommenden Montag, 14. Dezember, drei Hausaufgaben mit auf den Weg: Zum ersten geht es um die Befreiung von der geschlossenen Bauweise, sprich von der lückenlosen Verbindung zu den Nachbarhäusern, die dort eigentlich vorgesehen ist («Das dürfte das Unproblematischste sein»); zum zweiten um die Ablöse der Stellflächen; und zum dritten um die Höhe der Ablöse, sie liegt seit Jahren unverändert bei 5000 Euro pro Platz.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018