Kempten
Kaufbeurer Straße: Wird erneut umgebaut?

Seitdem sie in Betrieb ist, wird die neue Ampelanlage an der Kaufbeurer Straße kritisiert. Keine grüne Welle, Stau in den Stoßzeiten, Rückstau auf die Autobahn - viele sind verärgert. Jetzt wurde nachgebessert. Parallel dazu will man sich auch Gedanken über bauliche Veränderungen machen, kündigt Bruno Fischle, Behördenleiter beim zuständigen Staatlichen Bauamt an. Mit Stadt und Autobahndirektion soll der Verkehrsstrom exakt erfasst und ein Gesamtkonzept entworfen werden.

l Was wird kritisiert? Keine grüne Welle, Stau vor allem in den Berufszeiten, kein fließender Verkehr im Vergleich zu vorher - das sind die Hauptkritikpunkte, die sich das Staatliche Bauamt anhören muss. Mehrfach beobachten Behördenchef Fischle und Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt die Situation vor Ort. So auch jetzt wieder am ersten Schultag nach den Ferien, als die Nachbesserungen, die am Feiertag erledigt wurden, überprüft wurden.

l Wie wurde nachgebessert? Mit einer anderen Umlaufzeit der Ampeln (statt 90 Sekunden jetzt 120 von einer Rot-Schaltung zur nächsten) soll der Verkehr auf der Kaufbeurer Straße Vorrang haben.

Gedreht wurde auch an der sogenannten Rückstausicherung, damit der Verkehr von der Autobahn nicht mehr ganz so zügig abfährt, sich aber trotzdem wie vor dem Umbau kein Rückstau auf die A7 bildet.

l Wo liegen die Probleme? Immer noch können Autofahrer nicht alle drei Ampeln auf der Kaufbeurer Straße bei Grün durchfahren, staut sich der Verkehr zu Stoßzeiten auf den Abfahrten. Hier hakt es laut Fischle und Hanrieder daran, dass im Gutachten, das dem Umbau zugrunde lag, von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 bis 60 km/h ausgegangen wurde. Nicht berücksichtigt habe man Randbedingungen. Zum Beispiel, wenn ein Lkw-Fahrer langsam von der Autobahn abfährt, sich erst orientiere und langsam abbiege. Bei solch «zögerlichem Verkehr» funktioniere die Ampel-Technik derzeit nicht.

l Wer ist schuld? Liegt es am Verkehrsgutachten von Modus Consult, da im Auftrag der Stadt erstellt wurde? Die Gutachter hätten die Verkehrsmengen ermittelt, erklärt Hanrieder und meint: «Das war alles richtig». Die Grundannahmen hätten auch zugetroffen, detaillierte Ortskenntnisse seien aber nicht ganz eingeflossen. Und eine Nachprüfung des Bauamts? Darauf wurde laut Fischle aus Geld- und Zeitgründen verzichtet.

l Warum wurde umgebaut? Das, erinnert Bruno Fischle, basiere auf Untersuchungen von Experten. Das städtische Tiefbauamt (das übrigens bei allen Nachgesprächen jetzt mit von der Partie sei) habe für das Jahr 2015 noch mehr Autos prognostiziert - und zwar eine Erhöhung von jetzt 26000 täglich auf 30000. Gutachter Modus Consult plädierte bei den Stadträten deshalb für «dringenden Handlungsbedarf».

Dabei war auch eine Kreisverkehrslösung im Gespräch, die aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens für den Bauausschuss nicht in Frage kam. Gegen die Umbaukosten jedoch gab es keine Einwände. Bei der Finanzierung mit gesamt 1,2 Millionen Euro käme die Stadt mit damals veranschlagten 60000 Euro günstig weg, hieß es im Bauausschuss. Schließlich sei Kempten nur anteilig zuständig: Die Autobahn sei Sache des Bundes, die Kaufbeurer Straße (B 19) die des Staatlichen Bauamts.

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