Kampfgeist hat Christl Cranz nicht verlassen

Von Barbara Hell Oberstaufen-Steibis Christl Cranz-Borchers genießt es sichtlich, wieder einmal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu sein. Jeder der vielen Besucher, die ihr zum 90. Geburtstag Blumensträuße, Geschenkkörbe, Weinflaschen überreichen und ihr die Hand drücken, bekommt ein freundliches Dankeschön und ein Lächeln von der ersten Goldmedaillengewinnerin im alpinen Skisport aller Zeiten. Nach einer halben Stunde ist die Frau mit zwölf Weltmeistertiteln zwar etwas erschöpft. Doch ein zweites Stück Erdbeerkuchen stärkt sie für die nicht enden wollende Gratulationscour. Alle sind sie gekommen, um der großen alten Dame des Skisports Glück und vor allem Gesundheit zu wünschen. Nach einem Treppensturz ist Christl Cranz, die noch vor zwei Jahren auf den Langlaufskiern fuhr, auf den Rollstuhl angewiesen und auf die Hilfe ihrer Tochter Barbara Bingger. Trotzdem ist die 90-Jährige zufrieden.

Und besonders stolz und glücklich, dass auch die beiden Kinder, die in Berlin und Frankfurt wohnen, mit ihren Familien nach Steibis gekommen sind. Natürlich sind auch Bürgermeister Walter Grath und dritter Bürgermeister Friedrich Probst unter den Festgästen und haben Geschenke mitgebracht. Auf Skifahrer setzen Auch wenn Christl Cranz, die im Alter von vier Jahren zum ersten Mal auf den Brettern stand, die Unterhaltungen an den Tischen nicht mehr anführt, weiß sie über die Themen, die ihre Familien und die Steibinger bewegen, doch gut Bescheid. Das darf doch nicht wahr sein, lautet ihr Kommentar zu den Schwierigkeiten, die Sanierung der Imbergbahn in die Wege zu leiten. Schließlich führt ihr Schwiegersohn die Skischule weiter, die sie viele Jahre lang leitete und in der sie noch als 75-Jährige mitarbeitete. Oberstaufen muss im Wintersport auf die Anfänger und die nicht so anspruchsvollen Skifahrer setzen, plädierte sie schon vor drei Jahren für eine Aufwertung der Skiarena Steibis. Der Kampfgeist und der Siegeswille, mit dem sie in den Jahren zwischen 1934 und 1939 sportliche Karriere machte und nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1947 in Steibis eine Existenz aufbaute, hat auch die 90-jährige nicht verlassen. Als ihr ein Besucher mit den Worten: Bleib so, wie du bist gratuliert, schüttelt Christl Cranz den Kopf: Nein, ich möchte wieder besser werden!, meint sie mit kräftiger Stimme im Hinblick auf ihre Gesundheitszustand. Dann, so wünschen es ihr viele, könnte auch noch der 100. Geburtstag im Familien- und Freundeskreis gefeiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018