Kaminwerk weiter auf städtische Finanzspritze angewiesen

Memmingen | syr | 'Wir müssen relativ viel Partyprogramm machen, um die Ausgaben reinzuholen', sagt Matthias Ressler, Vorsitzender des Kaminwerk-Trägervereins. Der städtische Zuschuss für das Kulturzentrum in Höhe von 120 000 Euro pro Jahr sei im Grunde immer noch zu wenig. Eigentlich sollte die Finanzspritze nach zwei Jahren Kaminwerk - das Kulturzentrum gibt es seit Ende 2005 - jährlich um 20 Prozent reduziert werden. Es sei denn, der Verein weist nach, dass der Betrieb unwirtschaftlich ist. Und genau das war der Fall.

'Von dem Zuschuss sehen wir nichts', sagt Ressler. 'Das Geld wird an den Vermieter durchgeschleust.' Der Mieter des Gebäudes im Memminger Süden ist die Kommbau, eine städtische Gesellschaft. Der Kulturzentrum-Verein tritt als Untermieter auf und trägt die laufenden Kosten wie etwa für Personal, Strom und Heizung. Außerdem müsse der Verein für entsprechende Veranstaltungen unter anderem Lichtanlagen und Bestuhlung ausleihen und bezahlen.

Das Kaminwerk laufe gut und habe sich mittlerweile in der Region etabliert. Zu Veranstaltungen wie 80er-Jahre-Partys kommen nach Resslers Worten 60, 70 Prozent der Gäste aus dem Umland - ob aus Mindelheim, Kempten, Vöhringen oder Biberach. Und bei besonderen Konzerten ziehe das Kulturzentrum mittlerweile auch Besucher aus dem Ausland an. 'Aber ganz ohne Zuschuss wird es wohl nie funktionieren', sagt Ressler. Doch das sei bei vergleichbaren Einrichtungen in anderen Städten genauso.

Schwarze Null nur durch viele freiwillige Arbeitsstunden

Derzeit gehe die Rechnung ziemlich genau auf. Die schwarze Null unter der Finanz-Bilanz sei aber nur durch viele freiwillige Arbeitsstunden möglich. So müsse jeder der drei Vorstände, neben Ressler sind das Thomas Kästle (Programm) und Rainer Schneider (Technik), gut 40 Stunden pro Woche investieren - bei einer Mini-Job-Vergütung in Höhe von 400 Euro.

Die Abrechnung muss der Trägerverein dem Stadtrat halbjährlich vorlegen. 'Falls der Verein rote Zahlen schreiben sollte', unterstreicht Ressler, 'ist die Stadt nicht verpflichtet, das Minus auszugleichen. Dann wären wir schlichtweg pleite'.

Programmkino, Lesung und 80er-Jahre-Party

Über Wasser hält sich der Verein mit Partys. Das Verhältnis von kulturellen und kommerziellen Veranstaltungen liegt Ressler zufolge im Schnitt bei etwa 60 zu 40 Prozent. Im Januar zum Beispiel gibt es Programmkino, eine Lesung und ein Rock- sowie ein Jazzkonzert. Dem gegenüber stehen eine 70er-Jahre- und eine 80er-Jahre-Party.

Die Kritik, die Memminger Wirte an solchen 'existenzbedrohenden Veranstaltungen' geäußert hatten, ist laut Ressler mittlerweile 'verebbt'. Der Kaminwerk-Verein selbst sehe andere Lokale wie etwa den kürzlich am Kemptner Tor eröffneten Eiskeller nicht als Konkurrenz. Oft sei es sowohl im Kaminwerk als auch dort 'bums voll', sagt Ressler und fügt hinzu: 'Je mehr Leute in die Stadt kommen, desto besser für alle.'

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019