Kaffee in PET-Flaschen stärkt Standort

Biessenhofen (vit). - Starker Kaffee aus der Plastik-Flasche soll für den Nestlé-Standort Biessenhofen zu einem strategischen Standbein werden. In eine neue Produktionslinie investierte der Konzern 6,5 Millionen Euro, um den 'Nescafé-Xpress' nicht nur in Dosen, sondern für den deutschen und europäischen Markt verstärkt in kleinen PET-Flaschen anzubieten. Von Vorteil ist die Lage im Ostallgäu - 'in der Mitte Europas', wie es aus der Führungsetage des Werks mit rund 580 Beschäftigten zur offiziellen Inbetriebnahme hieß. 'Nescafé-Xpress' ist ein stark koffeinhaltiger Wachmacher, der besonders in Diskotheken und an Tankstellen regen Absatz findet. Bisher ist das Getränk, das etwa doppelt so viel Koffein enthält wie eine Tasse Kaffee, nur in Dosen erhältlich. Nachteil der Dose war aber, dass sie nicht mehr verschließbar war. Dies soll sich nun durch die kleinen PET-Flaschen ändern, die man rechtzeitig zum Sommer - das Getränk wird meist eiskalt getrunken - auf der neuen Produktioneinheit in Biessenhofen herstellt. 'Ich habe es in meiner Laufbahn bei Nestlé noch nie erlebt, dass ein Projekt von dieser Komplexität in nur fünf Monaten von der Auftragserteilung bis zum Testlauf vollendet werden konnte', lobte Werksleiter André Gerber, der immerhin auf mehrere Jahrzehnte im Nestlé-Konzern zurückblickt. Gleichzeitig zeige die Einweihung der Anlage, 'dass wir bei Nestlé bestrebt sind, mit innovativen und hochqualitativen Produkten unsere Zukunft zu sichern'.

Der PET-Linie komme dabei eine besondere Bedeutung hinzu, da sie die erste ihrer Art in der Nestlé-Gruppe ist. Nach Auskunft von Produktionsleiter Franz Haslinger ist die Vorreiterrolle bei der PET-Abfüllung noch aus einem anderen Grund wichtig: Vor rund einem Jahr verkaufte der Nestlé-Konzern den Namen und die Produktlinie 'Bärenmarke'. Noch für vier Jahre wird zwar im Auftrag des neuen Besitzers Hochwald im Biessenhofener Nestlé-Werk Kaffee-Sahne mit dem Namen Bärenmarke produziert, doch die weitere Zukunft ist offen. Längerfristig könnte daher der Markt für PET-Flaschen neue Produktionsfelder eröffnen und einen Ausgleich schaffen. Schon jetzt ist im Gespräch, im kommenden Jahr eine zweite PET-Produktionslinie für Baby-Nahrung einzurichten. Spezialprodukte für Säuglinge bilden ohnehin einen wichtigen Schwerpunkt im Biessenhofener Werk. Denkbar ist auch die Produktion von Spezialnahrung für pflegebedürftige Senioren. Die nun installierte Anlage ermöglicht die Herstellung von 12000 Nescafé-Xpress-Flaschen pro Stunde. Gearbeitet wird vorerst im Zwei-Schicht-Betrieb, ab nächstem Jahr sind drei Schichten vorgesehen. Derzeit sind rund 25 Mitarbeiter an der neuen Produktschiene eingesetzt, neue Arbeitsplätze seien aber noch nicht entstanden. Richtig in Schwung kommen soll die Abfüllung ab Juli, wenn die Werbung für die neue Flasche startet.

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