Mindelheim
Junge Landwirte machen sich fit für die Zukunft

Natürlich fiel irgendwann das bewusste Wort, das seit Monaten in der Öffentlichkeit meist in einem Atemzug mit Landwirtschaft fällt: Krise. Die Preise für Nahrungsmittel sind im Keller, bei vielen Milchbauern geht die Existenzangst um. Wer setzt in einer solchen Zeit schon auf eine gute Zukunft in der Landwirtschaft? Die jungen Bauern selbst tun es. Jetzt wurden im Mindelheimer Forum die Meisterbriefe im Bezirk Schwaben an 77 junge Bäuerinnen und Bauern vergeben. Es waren so viele wie seit Jahren nicht mehr.

Um erfolgreich einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen, braucht es Können und lebenslangen Bildungswillen. Das unterstrich Ministerialrat Johann Stockinger aus dem Landwirtschaftsministerium. Der schwäbische Bezirkspräsident des Bauernverbandes, Leonhard Keller, formulierte es so: Der ökonomische Druck werde bleiben. Aber Wissen sei heute weltweit via Internet verfügbar. Patentlösungen für eine gute Zukunft der Höfe gebe es nicht. «Aber der Mensch, der Betriebsleiter, der Unternehmer wird immer wichtiger.» Der falsche Zeitpunkt beim Einkauf der Betriebsmittel könne nicht mehr ausgeglichen werden. Der Vorsitzende des Vereins landwirtschaftlicher Meister, Karlheinz Kilian, bescheinigte den jungen Meistern, sie hätten weiter gedacht. «Wie kann ich mich selbst fit für die Zukunft machen?» sei die entscheidende Frage.

Landwirtschaft sei nicht nur Krisenherd und «Jammertal». Ob Biogas, Photovoltaik, Urlaub auf dem Bauernhof - überall sei Wissen, Kenntnis der Märkte gefragt, betonte Keller.

Nach Ansicht von Mindelheims Vizebürgermeister Herbert Kugler bürge der Meisterbrief für Qualität. Das Wissen sei immer auf dem neuesten Stand zu halten, um die Effektivität auf den Höfen zu verbessern.

Dabei bieten sich für die Meisten seit August noch ganz neue Chancen. Ihr Abschluss berechtigt sie zu einer akademischen Ausbildung an Fachhochschule oder Universität.

Die Chancen in der Landwirtschaft unterstrich auch Landrat Hans-Joachim Weirather. Dieser Beruf biete viel an Gestaltungsmöglichkeiten und Verantwortung. Weirather machte aber auch deutlich, wie sehr es die Betriebe gegenüber dem Vorjahr gebeutelt hat. Allein im Landkreis Unterallgäu bezifferte er die Einkommensverluste für die Bauern binnen eines Jahres auf 77 Millionen Euro.

Christoph Leitenmaier mit der Traumnote 1,0

Bei der Feier überwog allerdings die Freude bei den Absolventen. Ganz besonders groß war diese unter den drei Besten. Christoph Leitenmaier aus Agawang im Landkreis Augsburg hat mit 1,0 eine Traumnote erzielt.

Thomas Knaus aus Mussenhausen (Unterallgäu) holte die Note 1,25. Drittbester in Schwaben wurde Franz Ost aus Donauwörth mit der Gesamtnote 1,61.

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