Marktoberdorf
Jugend übt kaum Kritik

Anscheinend sind junge Menschen mit Marktoberdorf und seinem Angebot recht zufrieden: Zu bemängeln hatten sie auf der Jungbürger-Versammlung wenig. Zumindest die, die da waren - gerade mal 20 Kinder und Jugendliche folgten der Einladung von Dr. Andrea Weinhart, Jugendbeauftragte der Stadt, und Bürgermeister Werner Himmer ins Rathaus. Einige von ihnen meldeten sich zu Wort:

Johannes - spielt im Jugendblasorchester (JBO) der Stadt und wollte wissen, wie «das Ganze» nun weitergehen soll: «Wir sind 80 Mitglieder, die zwar Spaß, aber auch das Gefühl haben, dass wir ungewollt sind. Uns fehlt die Unterstützung.»

«Ein sehr komplexes Thema», antwortete Bürgermeister Himmer, der es «nicht in voller Breite vertiefen» will. Der Stadtrat habe die Vorstände und Dirigenten zu einem gemeinsames Gespräch mit den Fraktionsführern eingeladen - noch vor den Haushalts-Verhandlungen. So wolle sich der Stadtrat dazu eine Meinung bilden. Es gehe im Prinzip ums Geld. «Wir haben kein Orchester in der Stadt, das wir nicht wollen», beruhigte Jugendbeauftragte Weinhart.

Der Hintergrund: Einige JBO-Mitglieder kritisierten Ende Oktober mit einem Protestplakat auf dem Wochenmarkt, dass die Stadt dem Ensemble den Geldhahn zudrehe (wir berichteten).

Christoph nervt, «dass es auf der Gulielminettistraße keinen Zebrastreifen gibt». Weinhart versicherte dem Kind: «Das wird sich unser Verkehrsreferent mal anschauen.»

Lisa stört: «Jede Stadt hat einen Maibaum, nur wir nicht.» «Unser Maibaum stand ja mal am Richard-Wengenmeier-Platz, der nicht gerade schön dafür ist. Nun überlegt die Stadt, wie sie das gesamte Umfeld hier neu gestaltet», erklärte Himmer. Da werde man sicher einen schönen Platz für den Maibaum finden, das gehe aber nicht so schnell.

Johannes bemängelt, dass «viele Autos in der Greitherrstraße immer durchdonnern, da komm ich kaum rüber» - obwohl dort nur Anlieger fahren dürfen. Himmer: «Offenbar halten sich nicht alle Autofahrer an das Verkehrsschild, die Sache werden wir der Polizei weitergeben, damit die dort ab und an kontrolliert.»

Felicitas fragte, ob man nicht in der Salzstraße am Marktplatz eine Ampel aufstellen könne: «Die Autos fahren dort zu schnell und halten oft nicht an, auch wenn Schülerlotsen da stehen.» «Wir können nicht überall, wo Fußgänger unterwegs sind, Ampeln hinstellen, das ist zu teuer», sagte Himmer dazu. Eigentlich müssten Autos anhalten, sobald der Schülerlotse sie dazu auffordere.

«Stadt hat wenig Einfluss»

In ihrem Rückblick auf 2009 ging Weinhart auf die Wünsche der Jugend ein, die in Fragebögen geäußert worden sind: Einkaufsläden für Jugendliche, eine Jugenddisko, ein Jugendcafé oder eine Kart-Bahn, - «das sind lauter Sachen, auf die wir als Stadt wenig Einfluss haben», meinte die Jugendbeauftragte: Bis jetzt sei noch niemand da gewesen, der so etwas machen will.

Umgesetzt dagegen ist Weinhart zufolge der Eisplatz, den die Allgäu Amigos auf der Buchel angelegt haben. Angedacht sei zudem ein Fußball- und Basketballfeld «eventuell unten am Modeon» oder ein Grillplatz am Ettwieser Weiher. Darüber hinaus habe der Bauhof den Skatepark so repariert, dass er wieder befahrbar sei. Und nicht zu vergessen, bemerkte Bürgermeister Himmer, habe die Stadt drei «ganz tolle Spielplätze» geschaffen.

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