Jäger verstehen sich als aktive Naturschützer

Germaringen/Ostallgäu (fk). - Die Hege- und Naturschutzschau des Jagdschutz- und Jägervereins Kaufbeuren war nicht nur wieder eine umfangreiche Dokumentation der Arbeit der Jäger, es kamen auch fachbezogene Themen zur Sprache. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Vocke, dem Präsidenten des Landeshagverbandes Bayern, der zugleich Mitglied des bayerischen Landtages ist. Die Programmfolge des Jägertages wurde eröffnet mit der Vorstellung von Jagdhunderassen, Flugvorführungen von Greifvögeln und der Sägefertigkeit eines Forstbetriebsmeisters, der originelle Skulpturen aus bereitgestelltem Holz herausschnitt. Lange Reihen von Trophäen aus den Hegegemeinschaften des nördlichen Landkreises Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren zierten die Front- und Seitenwand des Saales im 'Germaringer Hof'. Gerd Damm, der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins, wies auf die Notwendigkeit einer Geschlossenheit aller unmittelbar oder mittelbar an der Jagd Beteiligten hin, weil auf Bundesebene Gesetzesnovellierungen anstünden, die eine Ausübung der Jagd in der bisherigen Form verhindern sollen. Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke vom bayerischen Landesjagdverband, der auch Mitglied des Landtages ist, ging zunächst auf die von der Staatsregierung anvisierte Forstreform ein. Der Landesjagdverband habe sich für den Verbleib der Unteren Jagdbehörden bei den Landratsämtern ausgesprochen. Die geplanten 'Grünen Kompetenzzentren' lehne der Verband als nicht bürgernah ab. 'Gefahr' drohe der Jagd aber aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Vocke führte die beabsichtigte Einschränkung der jagdbaren Wildarten an, ferner das vorgesehene Verbot der Wildfütterung und auch die Verringerung der Mindestpachtdauer von Revieren. Das sei ein versteckter Angriff auf das Grundeigentum. Wenn den Jägern Planungssicherheit fehle, unterbleiben auch Investitionen im Natur- und Artenschutz, folgerte Vocke daraus. Er zeichnete dann Kaspar Rager, Franz Regier, Peter Prestele und Wilhelm Alt mit der Verdienstnadel aus. Erwin Dröber erhielt das Vereinsabzeichen in Silber.

Quote erfüllt Herbert Gessler, der Leiter der Unteren Jagdbehörde bei der Stadt Kaufbeuren, berichtete von einer voll erfüllten Abschussquote. Ralf Kinkel, der Leiter der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt Ostallgäu, legte die Bilanz von 51 erledigten Tieren Schwarzwild vor und machte auf die Gefahr der Fuchsräude aufmerksam. Forstdirektor Gerhard Limmer erläuterte die erste Stufe der Forstreform, die bei den Mitarbeitern Enttäuschung und Demotivation ausgelöst habe. Schließlich konnte Dr. Rudolf Schmidt, der Jagdberater für das nördliche Ostallgäu, von einer zu 98,1 Prozent erreichten Abschussquote berichten. Um eine weitere Ausbreitung von Schwarzwild zu verhindern, empfahl Schmidt bei Sichtung eine sofortige Meldung. Der Jagdberater plädierte aber auch für einen lückenlosen Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft Schwarzwild, weil nur geschlossene Abwehrmaßnahmen von Erfolg sein können. Um eine Novellierung des Bundesjagdschutzgesetzes zum Nachteil der Jägerschaft zu verhindern, trat Schmidt für nachdrückliche Proteste ein.

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