Lechbruck
«It rede, sondern was dua!»

Ob es nun ein Heizkostenzuschuss, die neue Winterjacke oder das Mittagessen in der Schule ist - eine neue Stiftung will hilfsbedürftigen Senioren, Kindern und Jugendlichen in Lechbruck ohne viel Bürokratie unter die Arme greifen. Initiator und Stiftungsvorstand ist Bürgermeister Helmut Angl. «Ich habe viel Glück gehabt, vor allem im Berufsleben. Auf diese Weise kann ich vielleicht etwas davon zurückgeben», begründet der 58-Jährige seine Initiative gemäß dem Motto: «It rede, sondern was dua!»

Jeden Monat 1000 Euro

Das Vermögen der rechtsfähigen Stiftung beträgt exakt 72000 Euro. «Ich bin für 72 Monate als Bürgermeister gewählt und gebe von meinem Gehalt jeden Monat 1000 Euro ab», begründet der Rathauschef die ungewöhnliche Summe. Ersatzvorstand Angls ist dessen Ehefrau Margareta, ein sechsköpfiger Stiftungsrat soll später bestellt werden. Die Regierung von Schwaben als Kontrollorgan werde die Arbeit der Stiftung jährlich wirtschaftlich prüfen lassen, so der Bürgermeister weiter.

Der aktuelle Zinssatz bei den Banken erlaube bei dieser Größenordnung zwar nur eine jährliche Ausschüttung von rund 2100 Euro. Doch das soll erst der Anfang sein. «Ich hoffe jetzt auf Zustiftungen anderer», gibt der Rathauschef zu. «Jeder, der auch nur 100 Euro gibt, ist herzlich willkommen.»

Wobei die «Bürgermeister Helmut Angl Stiftung», so der offizielle Titel, nicht die «großen Brocken» wegrollen, sondern vielmehr im Kleinen helfen wolle. «Es geht hier nicht um Luxus, sondern um Dinge, die lebensnotwendig sind», verdeutlicht der Stifter. Gerade bei Senioren sei eine deutliche Zunahme der Armut zu erkennen - Armut, die oft im Verborgenen bleibt. «Viele schämen sich, offizielle Hilfen zu beantragen», so Angls Erfahrung.

Weil hier die große Politik nichts anbiete, gelte es, diesen Menschen vor Ort zu helfen - gerade jetzt im Winter. «Wenn da der Kohleofen den Geist aufgibt, müssen die in der kalten Wohnung ausharren.» Mindestens soviel wie die materielle Hilfe zähle aber die Geste, dass die Betroffenen, die oft keine Angehörigen haben - nicht allein sind. Neben den Senioren sollen laut Angl aber auch Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen bedacht werden.

Landrat Johann Fleschhut stuft die Stiftung als «gute Sache» ein. Dank örtlicher Initiativen kämen oft Gelder ins Spiel, «die sonst nicht frei würden.» Die landkreisweite Bürgerstiftung nennt Fleschhut als gutes Beispiel dafür, wie sich selbst mit geringen Zuwendungen viel erreichen lasse. «Pro Kopf schütten wir im Schnitt 150 Euro aus - für manchen Betroffenen ist das ein kleines Vermögen.»

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