Irsee bekommt eine neue Turnhalle

Irsee (oll). - Die neue Turnhalle für Irsee war Top-Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung und Gegenstand einer engagiert geführten Debatte. Mit der knappen Mehrheit von sieben zu fünf Stimmen votierten die Ratsmitglieder schließlich für den Abbruch der alten und den Bau einer neuen, erweiterten Sporthalle an gleicher Stelle. Mit dem Thema Turnhalle ist der Rat der Marktgemeinde laut Bürgermeister Andreas Lieb seit längerem befasst - bisher allerdings in nichtöffentlichen Sitzungen. Drei Architektur-Büros haben Lieb zufolge auf freiwilliger Basis 'wirklich gute Lösungsvorschläge' vorgelegt, über die am Sitzungstag beraten und 'mutig' entschieden werden sollte. So sieht der Ansatz des Büros 'mse - architekten' (Kaufbeuren) den Abriss und Bau einer neuen, erweiterten Halle mit Hausmeister-Wohnung vor. Die Vorschläge der Büros 'Helmschrott' (Irsee) und 'Bauernfeind' (Kaufbeuren) sind optisch nahezu identisch und sehen - von gewissen Unterschieden abgesehen -den Erhalt der alten Baumasse mit Anbau einer neuen Halle an der Nord-Ostseite des bestehenden Gebäudes vor. Zitat Sportstätten sind kein Luxus, sondern geradezu ein Muss für die Gemeinde.} Bürgermeister Andreas Lieb Lieb sagte, Sportstätten seien kein Luxus, sondern geradezu ein Muss für die Gemeinde. Rund 180 aktive Mitglieder des Turnvereins Irsee (TVI) und 64 Schülerinnen und Schüler verdienten eine zeitgemäße Sporthalle. Irsee benötige eine so genannte 'Eineinhalbfach-Turnhalle', was einer Größe von 18 mal 32 Metern sowie der Klassifizierung 'mittlere Art und Güte' entspreche, die laut Richtwert des Obersten Bayerischen Rechnungshofs rund 1,9 Millionen Euro in Anspruch nehme. Die Entscheidung der Ratsmitglieder sollten durch die Aspekte Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz (durch Schule, Kindergarten, TVI und Anwohner), Umsetzbarkeit und Finanzierung bestimmt werden, sagte er. Auch legte er den Ratsmitgliedern nahe, das Vorhaben 'ganzheitlich zu betrachten'.

Engagierte Debatte Der Abstimmung, die mit sieben zu fünf Stimmen pro 'Abriss und Neubau' endete, war eine engagierte, streckenweise leidenschaftliche Debatte vorausgegangen. Zweiter Bürgermeister und TVI-Vorsitzender Hans Foldenauer sagte, die neue Halle solle Raum für zwei Sport-Einheiten gleichzeitig' anbieten und sprach sich für die Lösung 'Helmschrott' aus. Diese sei, was die Investition und Unterhaltskosten angehe, die günstigste Lösung (geschätzte Baukosten 1,1 Millionen Euro). Bertram Sellner plädierte für eine 'sinnvollle Erweiterung', riet aber zur Vorsicht bei den Kostenschätzungen und plädierte für die Lösung 'Abriss und Neubau' (mse). Dritte Bürgermeisterin und Sportstätten-Beauftragte Inge Lechner meinte, durch den Anbau (Variante 'Helmschrott' und 'Bauernfeind') werde für Kinder und Anwohner 'zu viel zusätzliche Freifläche verbaut'. Ein größeres Bauvolumen bedeute zudem automatisch höhere Unterhaltskosten. Dr. Rainer Jehl erklärte, Abriss und Neubau sei die 'nachhaltig bessere Lösung'. 'Erhalt der alten und Anbau kann nur teurer sein.' Lieb schließlich trat für die 'mse-Lösung' in abgewandelter Form ein. Die Anwohner lehnten die Lösung 'Helmschrott' oder 'Bauernfeind' ab, so der Bürgermeister. TVI-Vorsitzender Foldenauer erklärte später gegenüber der AZ, die in der Diskussion vorgebrachten Argumente hätten ihn 'überrascht'. Vor dem Ortstermin des Gemeinderats am vergangenen Samstag sei die Tendenz eine andere gewesen. Man habe auf der Gemeinderatssitzung 'die Chance vertan, zu der kostengünstigsten Lösung, die maximale Nutzungsmöglichkeiten beinhaltet', zu gelangen. Es habe ihn irritiert, dass man dem ortsansässigen Architekten quasi unterstellt habe, die Zahlen 'schöngerechnet' zu haben, meinte Foldenauer.

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