Kleinkitzighofen
Investition trotz Krise

Es ist ein mutiger Schritt, wenn ein Unternehmen in Zeiten der Krise die größte Expansion in der Firmengeschichte vorantreibt. Bei der Firma Merk Säfte in Kleinkitzighofen schreckt man davor jedoch nicht zurück, auch in der Rezession setzt der Familienbetrieb auf Investition. Jüngst erteilte der Gemeinderat Lamerdingen der Kelterei die Erlaubnis, ihre Betriebsgelände am nördlichen Ortsrand von Kleinkitzighofen um 1,15 Hektar nach Osten zu erweitern (wir berichteten). Mit dem langfristig angelegten Expansionskonzept plant die Kelterei, ihre derzeitige Abfüllkapazität von 5000 Litern pro Stunde auf 10000 zu erhöhen.

«Auf unserem bisherigen Betriebsgelände ist alles zugebaut. Wir haben daher schon seit Längerem nach Erweiterungsmöglichkeiten gesucht», verrät Inhaber Rudolf Merk. Der 48-jährige Familienvater, der das Familienunternehmen bereits in der dritten Generation führt, betont aber auch, dass das Konzept für die «weite Zukunft» angedacht ist. Vorerst sei mit dem Bau einer neuen Flaschenlagerhalle sowie einem Anbau an das Tanklager lediglich eine Erhöhung der Lagerkapazität geplant. Derzeit können in den Hallen der Kelterei in riesigen Edelstahltanks insgesamt eine Million Liter Saft steril gelagert werden.

Spätestens in zwei Jahren sollen hier 1,5 Millionen Liter Platz haben. «Erst dann werden wir uns mit dem Bau einer neuen Abfüllanlage auseinandersetzen», erklärt Merk: «Ob diese dann in drei oder in acht Jahren umgesetzt wird, bestimmt der Markt.»

Langfristig möchte Merk damit auch bis zu drei neue Arbeitsplätze in der Produktion und Auslieferung schaffen. Seit Längerem wirbt die Kitzighofener Kelterei mit der regionalen Wertschöpfung ihrer Produktion. Obst aus der Region - Saft für die Region, lautet die Firmenphilosophie.

Dabei verzichtet das Familienunternehmen bei einheimischen Fruchtsorten - wie Äpfeln, Birnen, Johannisbeeren oder Sauerkirschen - sowie bei einigen Südfrüchten, die für die Produktion zugekauft werden müssen, bewusst auf die Verwendung von Konzentraten (siehe Info-Kasten). Die Lagerhaltung für Direktsäfte erfordert jedoch wesentlich mehr Platz.

Zudem wurde die Palette der angebotenen Säfte zuletzt immer breiter. «Dadurch ist der Platzbedarf immer mehr gestiegen», erklärt Merk. Das Geschäft selbst, so der Inhaber, sei in den vergangenen Jahren weitgehend gleich geblieben. «Aber darüber muss man heutzutage ja schon froh sein», ergänzt der Schäfflermeister.

Davon, dass in der Branche eine Menge Zukunftspotenzial steckt, ist Merk dennoch überzeugt: «Das Bewusstsein in der Bevölkerung für gesunde und ökologische Ernährung steigt immer mehr. Und jeder Skandal in der Lebensmittelindustrie spielt regionalen Betrieben natürlich in die Karten.» Und eines bleibe sowieso immer gleich: «Essen und Trinken müssen die Leute immer - auch in Zeiten der Krise.»

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