Innovativ, historisch

Von Rosemarie Schwesinger Immenstadt Das Städtle kann ja nur so wuchern mit architektonischen Pfunden bei der zweiten weiß-blauen Architekturwoche! So ist der diesjährige Immenstädter Ausstellungs-Ort, die historische Hofmühle, gleich selbst ein Paradebeispiel für gelungene Stadtsanierung, gefolgt von Bräuhaus- und Hanfviertel, von Klostergarten und Landwehrplatz um nur einige Beispiele zu nennen. Was sich heimische Architekten sonst noch so alles ausgedacht haben in Immenstadt und drum herum, kann bis zum 17. Juli bei Präsentationen (in der Hofmühle) und Führungen (durchs jeweilige Objekt) begutachtet werden. Dass man sich dabei nicht nur auf die Sanierung historischer Gemäuer und deren behutsame Eingliederung ins Stadtbild beschränkt hat, sondern mit moderner Architektur auch innovative Akzente setzte oder den Bedürfnissen einer immer älter werdenden Bevölkerung Rechnung trug, wird in der Ausstellung ebenfalls dokumentiert. So ist eine Stellfläche in der Hofmühle beispielsweise dem barrierefreien Bauen gewidmet. Wer jemals kurzzeitig Unfall bedingt oder gar lebenslänglich auf den Rollstuhl angewiesen ist, der weiß, welch unüberwindliche Hindernisse kleine Schwellen, zu schmale Türen oder zu hohe Waschtische bedeuten können.

Aber auch die allerjüngsten und quicklebendigen Kunden haben ihre eigenen Vorstellungen von artgerechter Umgebung, sprich ihrem Kindergarten. Drum haben die Architekten ihnen statt sich selbst mit einem futuristischen großen Wurf ein Denkmal zu setzen ein richtig schönes Wohlfühlhaus geschaffen. Auf Stelzen sozusagen, weil (anno 1997 also zwei Jahre vor der Jahrhunderflut) mitten im Hochwassergebiet gebaut, hatte man den richtigen Riecher und das Wasser keine Chance. Gestalterisches Neuland betrat man auch bei der Seebühne, deren filigrane Zeltdach-Konstruktion zwar vor den Unbillen der Witterung schützt, aber nicht den Blick in die zauberhafte Landschaft verstellt. Hier wie beim Hauser Strandbad, wo schmale Grundstücksform wie assoziative Argumente die Schiffsform vorgaben, stand der ästhetische Aspekt im (gelungenen) Wettstreit mit innovativen technischen Möglichkeiten. Diese Ambivalenz wird auch beim Sparkassen- und (feuerroten) Polizeidienstgebäude-Neubau verdeutlicht und bei den zahlreichen Sanierungsmaßnahmen historischer Bausubstanz im Städtle. Mit Führungen und Filmen (deren Termine der Tagespresse zu entnehmen sind) und einer Architekturfete am 17. Juli um 18 Uhr wird diese Zweite Architekturwoche in Immenstadt über die Bühne gehen.

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