Marktoberdorf
In Schwaben ganz vorne

«In der Bücherei geht es zu wie in einem Taubenschlag», diese Bemerkung von Bürgermeister Werner Himmer ist durchaus positiv gemeint. Denn er ist stolz auf diese «gut bestückte und gut geführte Einrichtung», die pro Jahr 57000 Besucher verzeichnet und bei 172760 Ausleihvorgängen Lesestoff unters Volk bringt. Das zieht auch viele Ostallgäuer aus dem Umland an.

Geleitet wird die Einrichtung von Christine Schwertner. Insgesamt 3,73 Mitarbeiter verwalten die 44000 Medien und erfahren dafür auch überregional immer wieder hohe Anerkennung. Schwertner weiß: «Im Leistungsvergleich mit Städten dieser Größenordnung stehen wir unangefochten in Schwaben an der Spitze.» Denn Dillingen, das auf Platz zwei rangiert, hat nur 153000 Ausleihvorgänge pro Jahr, Bobingen kommt auf 60000.

Hilfe für Schüler bei wissenschaftlicher Arbeit

Die Bücherei in Marktoberdorf deckt ein sehr breites Spektrum ab. Auch Stadtbaumeister Peter Münsch entdeckte schon baurechtliche Fachbücher, die er in einer solchen Bücherei nicht vermutet hätte. Schwertner sieht ihre Aufgabe zudem darin, jungen Menschen bei wissenschaftlichen Recherchen zur Seite zu stehen.

Wie finde ich Literatur? Mit dieser Frage kommen vor allem Gymnasiasten zu ihr.

Schwertner kann sie dann in die Geheimnisse der Fernleihe einweihen. Denn Fachliteratur fordert sie auch im Verbund der bayerischen Bibliotheken mit mehr als 15 Millionen Titeln an. Ein Angebot, das jährlich rund 550 Mal genutzt wird. Viele Lehrer seien hier nicht auf dem neuesten Stand, weiß Schwertner: «Die kennen oft noch die Technik aus ihrer eigenen Studienzeit.» - Bei vielen war das der Zettelkasten. Daher würde sich die Bibliothekarin eine intensivere Zusammenarbeit mit den Schulen wünschen.

Bücherkatalog im Internet einsehbar

In der Marktoberdorfer Bücherei regiert nämlich moderne Technik. Schon 1988 wurden alle Medien im Computer erfasst und waren für die Besucher einzusehen. Seit diesem Jahr nun können alle Interessenten via Internet nachschauen, welche Bücher in der Stadtbücherei vorhanden sind und ob diese ausgeliehen sind. Möglich ist zudem die Vorbestellung. Neuerwerbungen werden vorgestellt sowie eine Hitliste der beliebtesten Bücher.

Um neuen Stoff zu kaufen, erhält die Bücherei seit vielen Jahren unverändert 26000 Euro aus der Stadtkasse. Das Problem: Die Preise für Bücher steigen kräftig. Daher hat das Bücherei-Team verschiedene Werbeaktionen gestartet: «Kauf mich für die Stadtbücherei» und der «Bücherflohmarkt» mit geschenkten Büchern. Dies brachte im vergangenen Jahr rund 4700 Euro zusätzlich für neue Bücher.

Laut Schwertner wird es auf den rund 500 Quadratmetern Büchereifläche eng: «Die Regale sind voll, mehr ist nicht möglich.» Es fehlt ihr aber vor allem ein Raum für Veranstaltungen. Denn sehr aktiv ist die Bücherei bei der Leseförderung von Kindern. Dazu dienen nicht nur das Programm Antolin, sondern auch Vorlesestunden, Autorenlesungen und Führungen für Schulklassen.

Mehr Werbung und mehr finanzielle Mittel

Wie wertvoll die Arbeit ist, sehen auch die Stadträte. «Die Leser schätzen die hohe Aktualität der Bücherei und die hoch motivierten, sehr zuvorkommenden Mitarbeiterinnen», sagte Eduard Gapp, CSU-Stadtrat und Schulrat vor kurzem. Sein FW-Kollege, der Kinderarzt Walter Breiner, ergänzt: «Wir haben mit der Bücherei ein Juwel. Sie braucht nur mehr Werbung und etwas mehr Mittel.»

www.marktoberdorf.de/buch

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