In Nesselwang läuft alles ein bisschen schief

Nesselwang | sr | Mit dem kleinen Vogelbauer in der Hand und unter karnevalistischen Klängen der 'Original Keltensteiner' betrat Pater Andreas, alias Edmund Martin, den voll besetzten Saal beim Starkbieranstich im Nesselwanger Pfarrheim und wurde von den Gästen stürmisch begrüßt.

Ludwig Thoma stand Pate beim Habit von 'Hochwürden'. Nachdem er mit großer spöttischer Aufmerksamkeit, durch die Reihen gehend, einige Anwesende begrüßt hatte, stieg er zum Bock an der Bütt und stellte sein Vogerl 'Franz-Josef' vor. 'Im Markt Nesselwang läuft alles ein bisschen schief', stellte Edmund Martin gleich zu Beginn fest. Schräge Pointen folgten Schlag auf Schlag. Der Pfarrer wurde ins Gebet genommen, die Kirche besser zu heizen, um gleich darauf lobend zu erwähnen, dass der Pfarrer an Allerheiligen auf dem Friedhof war.

St. Antonius hilft, das im Säckel fehlende Geld zu finden

Hätte Bürgermeister Josef Köberle mehr zum heiligen Antonius gebetet, dann hätte der Rathauschef 'das in der Marktkasse fehlende Geld sicher gefunden'. Pater Andreas sei 'auf das viele Betteln eines einzelnen eingegangen' und nahm wieder die Menschen, 'die ganz schön betteln', gehörig aufs Korn. Mit den 'Freunden des Genusses', darunter Franz Erhard, bemängelte er den schlechten Winter, den vielleicht auch die 'Stadl Alm' spüren wird, und hinterließ tiefe Spuren bei den Brüdern Gerhard und Helmut Straubinger, deren Einwände er zu prüfen versprach.

Breites Thema waren die Kommunalwahlen. Obwohl in Nesselwang schon viel fest steht, wunderte er sich über die Plakatierung mit eigenartigen Postkarten, welche die Konterfeis der Kandidaten zieren. 'Ist euch schon aufgefallen, dass in der Grundschule das Wahlalter bei 18 Jahren liegt? Warum dort die ‘Schmückung’?' Alle Parteien mussten Federn lassen, wenn es auch nicht allen zu Ohren kam. Das Gros der Gäste waren CSU-Anhänger, ansonsten war das Publikum wenig 'farbenfroh'. Und immer wieder zwitscherten 'Franz' beziehungsweise 'Josef', die wohl nicht zufällig die Vornamen des Bürgermeisters und seines vermutlichen Nachfolgers trugen, des Derbleckers Meinung hintersinnig unterstützend dazwischen.

Stammwürze und Alkoholgehalt bleiben diesmal ungenannt

Nach einer guten Stunde, die Pater Andreas anhand weniger Stichpunkte, mühelos in freier Rede , mit pointierten Hieben füllte, verzichtete er zum Schluss auf die wiederholt gestellte Frage an die Anwesenden nach Stammwürze und Alkoholgehalt des Traditionsbocks.

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