Oberstaufen
«Implantate können 40 Jahre halten»

Praxisneutrale Informationen wollen die bayerischen Zahnärzte ihren Patienten liefern. Im diesjährigen Pilotprojekt stehen Implantate im Mittelpunkt. Und einer von fünf Veranstaltungsorten war dieser Tage Oberstaufen. Der Besucherzahl war mit 20 überschaubar - die Fragen aber umso zahlreicher.

Bewusst keinen Zahnarzt aus der Region hatte die Landeszahnärztekammer als Experten eingeladen. Vielmehr kamen Dr. Roland Wolf aus Haar bei München und Christian Berger aus Kempten nach Oberstaufen. Sie zeigten zunächst einen Film, der über das Implantat als eine Art künstliche Wurzel für einzelnen Zahnersatz oder eine ganze Prothese informierte. Mit der Frage, wie sich ein erfahrener Zahnarzt finden lasse, begann der anschließende Austausch zwischen den Besuchern und den Experten. «Fragen Sie im Zweifelsfall nach der Anzahl der gesetzten Implantate und der Erfolgsquote», forderte Christian Berger auf. Ein Anhaltspunkt sei es, ob ein Zahnarzt diesen Bereich als Tätigkeitsschwerpunkt definiert habe. Das sei erst möglich, wenn in letzten fünf Jahren 200 Implantate gesetzt wurden. Und er munterte die Besucher an dem Abend mehrfach auf, als mündiger Patient aufzutreten.

Bei fehlendem Vertrauen zwischen Zahnarzt und Patient empfiehlt er einen Wechsel. Dieses Vertrauen beginne nicht erst bei einer anstehenden Implantatsbehandlung, sondern schon bei einer Routinekontrolle oder einer einfachen Füllung. Bei unterschiedlichen Kostenvoranschlägen von verschiedenen Zahnärzten müsse berücksichtigt werden, dass es häufig verschiedene Behandlungsansätze gibt. Auch spiele eine Rolle, wo der Zahnersatz gefertigt werde und aus welchem Material. Die Frage nach der Haltbarkeit («ich habe gehört, das hält sowieso nicht länger als acht Jahre») beantwortete Roland Wolf eindeutig: Seit 40 Jahren werden Implantate gesetzt und es gäbe noch Patienten aus jener Zeit, die noch immer beschwerdefrei sind. Entscheidend, und da waren sich beide Experten einig, sei die Pflege.

Im Regelfall hat es hier in der Vergangenheit Defizite gegeben, wenn ein Zahn verloren geht und sich deshalb die Frage nach einem Implantat stellt, so die Erfahrung von Wolf und Berger. Ohne Verbesserung im Bereich der Zahnpflege sei auch das Implantat gefährdet.

Einige Zahlen setzte Roland Wolf an das Ende: Jährlich werden in Deutschland rund eine Million Titan-Implantate gesetzt. Die Einheilerfolgsrate liege bei über 95 Prozent, wobei nur bei wenigen Risikogruppen Probleme auftreten, so bei starken Rauchern. Zehn Jahre nach Einsatz eines Implantats sind noch 90 Prozent des Zahnersatzes intakt.

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