Nassenbeuren
«Immer mit den besten Ergebnissen»

Letztlich zählt nur der Erfolg. Kurt Rossmanith hatte Erfolg bei den Wählern. Knapp drei Jahrzehnte lang vertrat der CSU-Politiker den Wahlkreis Ostallgäu als Abgeordneter in Bonn und später in Berlin. Rossmanith holte für die CSU immer die «dunkelsten, schwärzesten und besten Ergebnisse», wie es Finanzstaatssekretär Franz Pschierer formulierte.

Mag er auch an der Basis für seine häufigen Fehlzeiten in der Region mal milde, mal schärfer kritisiert worden sein - nun herrschte eitel Sonnenschein. Die drei Kreisverbände Ostallgäu, Unterallgäu und Memmingen haben ihrem Polit-Urgestein Rossmanith bei Brezen, Weißwürsten und Blasmusik Dankeschön gesagt.

Vergessen: die Posse im Vorfeld

Rund 90 Parteifreunde waren ins Vereinsheim nach Nassenbeuren bei Mindelheim gekommen, um den 65-Jährigen noch einmal hoch leben zu lassen. Aufgespielt haben die Dirlewanger Musikanten. Vergessen ist die Posse im Vorfeld, als sich die Kreisverbände darüber in die Wolle geraten waren, wann und wie sie ihren langjährigen Bundestagsabgeordneten verabschieden wollten (wir berichteten).

Der Bundeswahlkreisvorsitzende Pschierer lobte an Rossmanith dessen Geradlinigkeit. Immer habe er mit offenem Visier gefochten. Drei Anliegen hob Pschierer besonders hervor, die das Wirken Rossmaniths geprägt hätten: Die Luft- und Raumfahrt, für die er sich besonders verwendet habe, die Landwirtschaft und den Bau von Autobahnen. Der frühere Landwirtschaftsminister Josef Miller hielt die Festrede. Nie sei es eine Frage gewesen, ob Rossmanith verabschiedet werde, sondern immer nur das Wie sei Thema gewesen. Verständnis zeigte Miller für Rossmaniths häufiges Fehlen im Wahlkreis. Es sei nicht möglich, in einem so großen Bundestagswahlkreis alle Feste zu besuchen.

Rossmanith selbst sagte, er habe sich immer dem ganzen deutschen Volk verpflichtet gefühlt und fügte ein überraschendes Bekenntnis an: Von den vier Kanzlern, die er erlebt hat, hat er bis heute vom Sozialdemokraten Helmut Schmidt die beste Meinung. Für ihn war er darin Vorbild, wie er am NATO-Doppelbeschluss festgehalten hatte.

Begonnen hatte Rossmanith 1980, als die Welt noch in zwei militärische Blöcke geteilt war. Als Obmann für Sicherheits- und Verteidigungspolitik hat er laut Miller die heutige Verteidigungsstruktur in Europa maßgeblich mitbestimmt.

Kritik am Politik-Stil

Josef Miller nutzte seine Rede auch dazu, seine Partei aufzurütteln. Die Kritik am Politik-Stil solle man ernst nehmen. Miller: «Die Bevölkerung will ein respektvolles Miteinander». Das griff auch Kurt Rossmanith auf. Er beklagte ein Freund-Feind-Denken in der Politik. Viel besser wäre ein konstruktiv-kritisches Miteinander. Kurt Rossmanith ist seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag nicht untätig geblieben.

Als Unternehmensberater wechselte er in die Wirtschaft. Branche: Luftfahrt.

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