Immer mehr Leute brauchen soziale Hilfe

Kempten | bec | Es sind gut 13,7 Millionen Euro, mit denen das Amt für soziale Leistungen und Hilfen hantiert. Einer der größten Posten des städtischen Haushalts. Viel Geld, das - auf mehrere Bereiche aufgeteilt - doch nur zu einem Zweck dient: Menschen helfen, die das selbst nicht können. Darauf machte Maria Ruppolt, Leiterin des Amts für soziale Leistungen und Hilfen, aufmerksam, bevor sie dem Ausschuss für soziale Fragen den Haushalt 2008 vorstellte: 'Auch in unserem beschaulichen Kempten gibt es ein großes soziales Spannungsfeld.'

Ein Volumen von gut 13,7 Millionen Euro hat der Haushalt 2008 des Sozialamts. Mehr als acht Millionen davon sind Ausgaben. 'Und die werden noch steigen', ist sich die Amtsleiterin sicher. Denn der Anteil des Bundes an der Grundsicherung soll bis um 50 Prozent gekürzt werden und im Bereich der Sozialhilfe seien die Kosten deutlich gestiegen. 'Die Meldungen über die steigende Konjunktur und sinkende Arbeitslosenzahlen muss man kritisch betrachten', sagte Ruppolt. Denn die Bundesanstalt für Arbeit führe eine andere Statistik als die Arbeitsagenturen: 'Da wird zwischen arbeitslos und arbeitssuchend unterschieden. Und wer Arbeit sucht, taucht in der Statistik nicht mehr als arbeitslos auf', verdeutlichte Ruppolt: 'Wenn man das so betrachtet, sind die Zahlen natürlich schöner.'

Hier die dicksten Brocken im Haushalt 2008, des Sozialamts:

l Kosten der Unterkunft Voraussichtlich 6,5 Millionen Euro wird die Stadt dafür ausgeben müssen. Insgesamt 1700 bis 1800 Bedarfsgemeinschaften müssen in der Stadt versorgt werden.

l Kosten für die Grundsicherung Gut 2,9 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Laut Ruppolt steigt die Zahl der Menschen, die Anspruch auf Grundsicherung haben, ständig - derzeit seien es rund 500 Fälle. 'Wir müssen immer mehr Renten aufstocken, damit sie überhaupt Sozialhilfeniveau erreichen.' Zudem häufe sich die Zahl an psychischen Erkrankungen, die zur Erwerbsunfähigkeit führen. Weitere Gründe seien die steigenden Miet- und Energiekosten und es gebe viele Berufstätige, die auf Grundsicherung angewiesen seien,

l Kosten für Sozialhilfe Sie liegen bei rund 730 000 Euro. In diesem Bereich gebe es immer mehr Menschen, die Hilfen zum Lebensunterhalt benötigten. Und das liege an der demografischen Entwicklung: Die Leute würden generell älter und irgendwann auch krank.

Teuer zu stehen kommt die Stadt mit 77 000 Euro auch das Frauenhaus. 'Das ist zum vergangenen Jahr eine Steigerung um 9000 Euro und das liegt wiederum an der Fallsteigerung um acht Prozent', so Ruppolt. Dazu komme, dass der Bezirk bis 2006 die Kosten für die Ausländerinnen in den Frauenhäusern übernommen habe. Das sei bei einem Ausländeranteil von 69 Prozent natürlich nicht unerheblich gewesen.

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