Immer mehr junge Mütter auf Sozialhilfe angewiesen

Kempten (az). - Auf ein arbeitsreiches Jahr blicken die Berater und Beraterinnen der Schwangerenberatungsstelle Pro Familia und der Fachstelle für Sexualpädagogik in Kempten zurück. Steigende Fallzahlen (im Vergleich zum Vorjahr wurden über 20 Prozent mehr Frauen und Paare beraten) seien zum einen mit dem größer werdenden Bekanntheitsgrad der Beratungsstelle als auch mit zunehmenden sozialen Notlagen von Schwangeren zu erklären. 'Eine qualifizierte Beratung ist für junge Frauen und Paare in der Familiengründungsphase immer bedeutsamer', so Anne-Doris Roos, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle. Denn wirtschaftliche Unsicherheit auf der einen Seite und knapper werdende Zuschüsse von staatlicher Seite würden junge Mütter vermehrt dazu zwingen, von Sozialhilfe zu leben. Als Wegweiser durch Behörden und Ämter wurden die Informationsabende in Kempten und Sonthofen 'Schwanger, alles klar?' angenommen. Ebenfalls auf breites Interesse stießen laut Pro Familia die Veranstaltungen 'Verhütung nach der Geburt' mit einer Hebammenpraxis sowie der workshop für Mädchen 'Dem Geheimcode meines Körpers auf der Spur', indem auf anschauliche Weise der weibliche Zyklus erklärt wurde. Die Nachfrage nach sexualpädagogischen Veranstaltungen an Schulen, Kindergärten, und anderen pädagogischen Veranstaltungen habe im Jahr 2003 einen vorläufigen Höhepunkt gebracht, so der Sexualpädagoge August Braun. So habe man bei weitem nicht allen Anfragen in diesem Bereich nachkommen können. Pro Familia führt diese Entwicklung einerseits auf die gestiegene Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit an den Themen 'Liebe, Freundschaft, Partnerschaft, Sexualität und Jugend', andererseits auf die aktuell geänderten Lehrpläne an den bayrischen Schulen zurück. Besonders der Umgang mit männlichen Jugendlichen sei 2003 sehr stark in den Focus der Sexualpädagogik von Pro Familia Kempten gerückt.

Jungendarbeit verstärken Deshalb werde an der Fachstelle verstärkt an der konzeptionellen Entwicklung zur Jungenarbeit im sexualpädagogischen Kontext gearbeitet. Auch die Anfragen nach Einzelberatung von Jugendlichen hätten zugenommen. Hier habe sich der Wegfall der Jugendberatung der Stadt Kempten bereits ausgewirkt, so August Braun. Die ratsuchenden Jugendlichen oder ihre Eltern verteilen sich auf die vorhandenen Stellen, dieser Trend werde sich mit Sicherheit 2004 fortsetzen. Für 2004 stehen Medienprojekte wie das Themenkino 'Pubertät-Identität', die Weiterführung der Jungenarbeit im sexualpädagogischen Kontext und Multiplikatorenschulungen auf dem Programm. Weitergeführt werden soll, so die Finanzierung gesichert sei, die E-Mail-Beratung im Projekt www. sextra. de, ein online- Beratungsangebot für Jugendliche und Erwachsene.

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