Buchloe
Immer ein Lächeln parat

Über eine Stunde sind Lukas Beck aus Buchloe und sein Vater Jürgen bisher angestanden. Mittlerweile können sie sogar schon die Worte hören, mit denen Holger Badstuber (20) nur wenige Meter weiter sein Gegenüber nach dem Namen fragt. Jürgen Beck ist «natürlich» Bayern-Fan, sein Sprössling «zwangsläufig irgendwie auch», wie der 40-Jährige mit einem Lächeln erzählt. So läuft das eben zwischen Vater und Sohn.

Als beide endlich beim Fußball-Star angekommen sind, schiebt Lukas sein Bayern-Trikot über den Tisch. Ein wenig schüchtern, aber mit leuchtenden Augen. Schnell folgt die Unterschrift, mit der Handykamera knipst Papa Jürgen seinen Kleinen noch gemeinsam mit dem Abwehrrecken, der sich angesichts einer stattlichen Körpergröße von 1,90 Meter zum unzähligen Mal an diesem Abend empfindlich bücken muss. Für ihn eine Situation von vielen, für Lukas einmalig. Unvergesslich. Ins Schwärmen gerät auch Dieter Kustermann, Leiter des V-Markt Buchloe. Und das nicht nur, wegen der riesigen Menschenschlange, die zeitweise bis auf den Parkplatz seiner Filiale hinaus reicht. «Es ist einfach wahnsinnig, wie geduldig der Junge ist.

» Für das Erscheinen Badstubers spendet der Verbrauchermarkt 5000 Euro an einen Behindertensportverein in Mindelheim. Neben den über 1000 Autogrammkarten - die sich um 18 Uhr noch zu einem riesigen Stapel türmen und knapp eineinhalb Stunden später gänzlich aufgebraucht sind - bekritzelt der Defensivspezialist an diesem Abend dafür alles, was ihm unter den Filzstift kommt - egal ob es Schal, Mütze, Ball oder ein Kalender von Regionalligist SSV Ulm ist. Und dabei hat er stets ein Lächeln parat. Professionell könnte man das heißen, «cool» nennt es Julian Stuckmann aus Lindenberg. Auch der 13-Jährige stand lange an, um dem Kicker einmal ganz nah sein zu können. «Ich hätte nie gedacht, dass ein Bayern-Spieler mal nach Buchloe kommt», meint er und präsentiert stolz die Unterschrift in seinem Autogrammkartenkatalog.

Um Viertel vor sieben Uhr ist die Session für Holger Badstuber beendet. Ohne die wogende Menschentraube um ihn herum wirkt der Profi in zerrissener Jeans und einfachem Shirt auf einmal wieder wie jeder andere x-beliebige junge Mann in seinem Alter. Von Gestresstheit keine Spur. «Es ist genauso wie im Training: Wenn du mit Spaß an die Sache herangehst, nimmst du die Anstrengung gar nicht war», meint er. Und lächelt wieder. Ein Profi eben.

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