Oberallgäu
Im Verbund sollen kleine Hauptschulen überleben

Gravierend verändern wird sich die Schullandschaft im Landkreis Oberallgäu. Mit der Einführung der Mittelschulen (wir berichteten) sollen «Schulverbünde» gebildet werden. Dabei arbeiten zwei oder mehr selbstständig bleibende Schulen zusammen. Die Ziele der Kooperationen beschreibt Schulamtsleiter Thomas Novy: Alle Mittelschüler können die vom Kultusministerium vorgegebenen Bildungsangebote nutzen, und auch kleinere Hauptschulen haben im Verbund eine Zukunft.

Wie ein solcher Verbund aussehen könnte, erklärt Novy an Beispielen. Schulen, Bürgermeister und Schulamt sind in Kontakt miteinander und haben erste mögliche Kombinationen bereits entwickelt. So wäre es denkbar, dass Dietmannsried und Altusried einen Verbund bilden oder auch Immenstadt mit Oberstaufen und Blaichach (siehe Grafik). Novy betont, dass die angedachten Verbindungen noch keineswegs festgezurrt seien. Sie ergeben sich aufgrund der geografischen und demografischen Lage der Schulstandorte, wobei auch Landkreisgrenzen überschritten werden können. Dies sei denkbar für Oberstaufen (Weiler oder Lindenberg), Legau und Oy-Mittelberg (Pfronten).

Automatisch zur Mittelschule werden laut Novy zum Schuljahr 2010/2011 die Volksschulen, die für sich allein bereits die Voraussetzungen dafür erfüllen:

l drei berufsorientierende Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales

l ein Ganztagsangebot

l ein Angebot, das zum mittleren Schulabschluss führt

Weitere Voraussetzungen sind ausgestaltete Kooperationen mit einer Berufsschule, der regionalen Wirtschaft und der Arbeitsagentur sowie eine individuelle Förderung der Schüler im Klassenverband mit Klassenlehrerprinzip.

Diese Merkmale weisen bereits jetzt die Hauptschulen Altusried, Dietmannsried, Buchenberg, Durach, Immenstadt und Sonthofen auf, sie werden auf alle Fälle Mittelschulen. Die Partnerschulen im Verbund bleiben bestehen, entgegnet Novy zu bedenken, es könne zu einem Sterben kleinerer Hauptschulen kommen. Nach den vorliegenden Prognosezahlen bis 2018 seien Schließungen nicht zu erwarten. «Die Schulverbände eröffnen die Chance, Standorte von Hauptschulen in strukturschwachen Regionen mit einem spürbaren Rückgang der Bevölkerung zu erhalten und so die Lebensqualität für die Menschen vor Ort zu sichern», erklärt der Schulamtsdirektor. Schüler der 5., 6. und 7. Klasse müssten nicht zu anderen Schulorten fahren.

Dass künftig Achtklässler an einem Tag, Schüler der höheren Klassen auch mehrfach in der Woche mit dem Bus zu speziellen Bildungsangeboten fahren müssen, hält Novy für zumutbar: «Wer ein Gymnasium oder eine Realschule besucht, wird in diesem Alter ja auch Fahrschüler.»

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